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Bayern Pflegeheime in Bayern haben viele freie Plätze wegen Corona

Eine Pflegefachkraft legt in der ambulanten Pflege einen Kompressionsverband an. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Das Image von Pflegeheimen hat sich durch die Corona-Pandemie nicht unbedingt verbessert. Nun macht sich ein Rückgang bei den Belegungen bemerkbar. Die Träger befürchten verheerende Konsequenzen - für Personal und Bewohner.

München (dpa/lby) - Kurzarbeit, Homeoffice, wirtschaftliche Verschlechterung: In Pflegeheimen in Bayern sind als Folge der Corona-Pandemie derzeit viele Plätze frei. "Die Menschen haben aufgrund flexibler Arbeitsmodelle und Arbeitszeiten mehr Möglichkeiten, Angehörige zu pflegen", sagte Sohrab Taheri-Sohi, Pressesprecher des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Nicht alle BRK-Einrichtungen verzeichnen seinen Angaben zufolge eine Unterbelegung, aber bei den betroffenen Heimen seien bis zu 20 Prozent der Plätze derzeit nicht belegt.

"Seit dem pandemiebedingten Aufnahmestopp in Pflegeeinrichtungen haben sich die Belegungszahlen nicht erholt", sagte Taheri-Sohi. Berichterstattung und Schlagzeilen zu Corona-Ausbrüchen in Altenheimen hätten dazu beigetragen. "Dabei haben wir Einrichtungen, die bis heute keinen Todesfall und kein Ausbruchsgeschehen hatten. Es gibt keinen Grund, Angst vor einem Pflegeheim zu haben."

Auch Wohlfahrtsverbände und andere Träger bemerken diesen Trend. Zunächst hatte der "Münchner Merkur" darüber berichtet.

Insbesondere in den Einrichtungen, die von einem Ausbruchsgeschehen schlimm betroffen waren, verzeichnet der Awo-Landesverband Bayern große Leerstände. "Im Durchschnitt ist jeder zehnte Platz nicht belegt. Es gibt aber auch Einrichtungen, die nur zu 70 Prozent ausgelastet sind. Einrichtungen mit traditionell langen Wartelisten haben nun die Wartezeiten abgebaut", sagte Stefan Wolfshörndl, Co-Landesvorsitzender der Awo in Bayern.

Laut Wolfshörndl spielen sicherlich wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Hinzu komme die Angst vor einer weiteren Welle an Corona-Ausbrüchen und einer erneuten Verschärfung der Besuchsregelung. Besuchszeiten ausweiten, Gruppenangebote durchführen - damit will die Awo ihre Einrichtungen stärken.

Man hoffe, dass die Zahlen der Belegungen durch einen verbreiteten Impfschutz und das Abflauen der Corona-Pandemie wieder steigen werden. Die finanziellen Auswirkungen auf die Bewohner wären ansonsten "verheerend", sagte Wolfshörndl. "Da die entsprechenden Kostensteigerungen - nach Auslaufen des Pflege-Rettungsschirmes zum 30.9.2021 - auch in unseren gemeinnützigen Einrichtungen auf sie umgelegt werden müssten."

"Darüber hinaus müsste aus wirtschaftlichen Gründen Personal, auch Pflegepersonal, welches in Pandemiezeiten wertvolle Arbeit geleistet hat, entlassen werden", so der Awo-Co-Landesvorsitzende. "Beides ist aus unserer Sicht nicht vertretbar."

© dpa-infocom, dpa:210802-99-658930/2

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