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Bayern Prozess nach Panik im Ostergottesdienst: Aussage verweigert

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen angebracht. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

(Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild)

München (dpa/lby) - Im Prozess um eine Panik in einem Münchner Ostergottesdienst schweigt der Beschuldigte. Er wolle sich weder zu seinen persönlichen Verhältnissen noch zur Sache äußern, sagte sein Verteidiger vor dem Landgericht München I.

Vor rund acht Monaten hatte der Mann, der unter einer psychischen Erkrankung leiden soll, am Ostersamstag in der St.-Pauls-Kirche eine Panik ausgelöst. Er war mit Pflastersteinen in die Kirche eingedrungen und soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft "Allahu Akbar" gerufen und geäußert haben: "Ich verbrenne euch alle Christen in dieser Kirche." Einem Mann soll er mit einem Stein auf die Schulter geschlagen haben. Gottesdienstbesucher befürchteten einen Terroranschlag und verließen fluchtartig die Kirche. Einige von ihnen verletzten sich dabei. Der Mann wurde noch vor Ort festgenommen. Ihm wird nun Störung des öffentlichen Friedens und der Religionsausübung sowie Körperverletzung und versuchte Körperverletzung vorgeworfen.

Nachdem er die Aussage zum Prozessauftakt verweigert hatte, äußerte sich ein Sachverständiger, der ihn psychiatrisch begutachtet hatte. Der Mann, der schon mehrfach im Gefängnis saß, habe nicht einmal sein Alter angeben können. Er könne 25 Jahre alt sein - oder 35. Die Staatsanwaltschaft gibt sein Alter mit 37 an. "Der Teufel ist doch in mir", habe er gesagt.

Er sei von Somalia über Äthiopien, den Sudan, Libyen und Italien nach Deutschland geflohen, die Flucht habe 15 Jahre gedauert - oder 3. "Alle waren auf der Flucht - ich bin einfach mit." Heute, so habe er dem Sachverständigen gegenüber geäußert, wolle er einfach nur noch zurück nach Mogadischu.

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