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Bayern Prozession mit Mundschutz: Mariä Himmelfahrt in Corona-Zeit

Ein Kreuz ist auf einer Kirchturmspitze zu sehen. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

(Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild)

Abstand halten, Mundschutz tragen: Katholiken in Bayern müssen sich auch an ihrem traditionsreichen Feiertag Mariä Himmelfahrt an die Corona-Regeln halten.

München (dpa/lby) - Die Katholiken vor allem im Süden Bayerns begehen an diesem Samstag den traditionsreichen Feiertag Mariä Himmelfahrt. Wegen der Corona-Krise ist in diesem Jahr dabei allerdings einiges anders: So sind im schwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild, wo normalerweise Tausende an einer Lichterprozession teilnehmen, nur 500 Teilnehmer erlaubt. "Durch Bodenmarkierungen werden die Abstände klar geregelt", teilt der Wallfahrtsort auf seiner Homepage mit. "Während der Prozession muss Mundschutz getragen werden."

Verzichten wollte der Ort auf die Veranstaltung mit dem Passauer Bischof Stefan Oster als Gast aber nicht: "Die "schwäbische Hauptstadt Mariens" möchte gerade in Zeiten der Corona-Pandemie den Menschen durch Gebet und Gottesdienst Mut und Zuversicht schenken. Hat sich doch gerade in Notzeiten Maria immer als eine mächtige Helferin und sichere Zuflucht erwiesen."

Typisch für diesen Feiertag, an dem Gläubige an die Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel erinnern, sind auch Kräuterweihen, bei denen zu Sträußen gebundene Heilpflanzen, Kräuter und Getreideähren gesegnet werden, die Gläubige zum Gottesdienst mitbringen. Der Brauch geht laut Erzbistum München und Freising auf eine Erzählung des Mönches Johannes von Damaskus zurück, nach der das Grab Marias "wundersamer Kräuterduft" erfüllte. Auch aus dem 14. Jahrhundert ist eine Legende überliefert, wonach die Grabtücher Marias "gleich Balsam und der Blume der Lilien" dufteten.

An Mariä Himmelfahrt präsentiert sich der Freistaat zweigeteilt: In 1704 überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns herrscht Feiertagsruhe. Kein gesetzlicher Feiertag ist das Kirchenfest dagegen in rund 352 evangelisch geprägten Kommunen im Norden des Freistaats, insbesondere in Mittel- und Oberfranken. In diesem Jahr wiegt der Unterschied allerdings nicht ganz so schwer, fällt der Feiertag doch auf einen Samstag. Grundlage für die Einteilung ist laut Feiertagsgesetz die letzte Volkszählung von 2011. Beim nächsten Zensus, der 2021 stattfinden sollte, wegen Corona aber verschoben wurde, könnten sich die Zahlen also ändern. Schließlich treten jedes Jahr Tausende Menschen aus der Kirche aus.

In Oberbayern und Niederbayern ist der 15. August derzeit überall Feiertag, da dort in allen Gemeinden zum Zeitpunkt des letzten Zensus die Zahl der Katholiken überwog. Auch in der Oberpfalz (96 Prozent der Gemeinden überwiegend katholisch), in Schwaben (95,3 Prozent) sowie in Unterfranken (87,0 Prozent) ist das am 15. August zumindest für die meisten Bürgerinnen und Bürger so.

In den meisten Gemeinden der evangelisch geprägten Regierungsbezirke Oberfranken und Mittelfranken ist Mariä Himmelfahrt dagegen kein Feiertag, dort sind nur 46,3 Prozent beziehungsweise 18,1 Prozent der Gemeinden mehrheitlich katholisch. In fünf der acht bayerischen Großstädte ist Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag: in München, Augsburg, Würzburg, Regensburg und Ingolstadt - aber nicht in Nürnberg, Fürth und Erlangen.

Viele Kirchen - allein im Erzbistum München und Freising rund hundert - feiern an diesem Tag auch ihr Patrozinium, die Schutzherrschaft eines Patrons oder einer Patronin. Das ist an Mariä Himmelfahrt die Gottesmutter. Erzbischof Kardinal Reinhard Marx feiert um 11 Uhr einen Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Maria Eich in Planegg bei München. Wer daran teilnehmen will, muss sich in Pandemie-Zeiten vorher telefonisch anmelden. Die Plätze sind begrenzt.

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