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Bayern Schwiegervater im Streit um Geld getötet

Dem Angeklagten werden im Verhandlungssaal des Landgerichts die Handschellen abgenommen. Foto: Armin Weigel

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Eigentlich soll ein Mann Geld seines Schwiegervaters verwalten - stattdessen gleicht er damit einen Minus-Stand auf seinem Konto aus. Als das der Schwiegervater herausfindet, kommt es zum Streit, der Senior stirbt. Nun steht der Schwiegersohn vor Gericht.

Regensburg (dpa/lby) - Ein Mann hat gestanden, seinen Schwiegervater im Streit um Geld angegriffen zu haben, wobei der 62-Jährige zu Tode kam. Vor dem Landgericht Regensburg sagte der 39-Jährige zum Prozessauftakt am Donnerstag, er habe aus dem Affekt heraus gehandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Straubinger Mord vor.

Der Anklage nach hatte der Schwiegersohn den 62-Jährigen im Streit zu Boden geschubst, ihm eine Holzschublade mehrfach auf den Kopf geschlagen und ihn mit einem abgesplitterten Holzteil am Hals verletzt. Das Opfer starb. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass der 39-Jährige aus Habgier handelte.

Demnach hatte das spätere Opfer seiner Tochter und dem Schwiegersohn im Jahr 2011 knapp 22 000 Euro überlassen, die das Paar für ihn verwalten sollte. So habe der Mann verhindern wollen, dass möglicherweise Gläubiger Zugriff auf sein Vermögen bekämen. Dabei sei vereinbart worden, dass der Mann das Geld jederzeit zurückfordern können sollte.

Der Angeklagte legte das Geld den Angaben nach bei einer Bank in Wertpapieren an und zahlte 2012 gut 10 000 Euro an seinen Schwiegervater zurück. Im Herbst 2018 habe sich herausgestellt, dass der 39-Jährige einen Teil des in Wertpapieren angelegten Geldes wenige Monate zuvor ohne Wissen seiner Frau veräußert und den Erlös von etwa 16 000 Euro auf sein eigenes Girokonto überwiesen hatte. Hierüber seien die Männer in Streit geraten. Der Angeklagte habe durch die Tötung des Schwiegervaters verhindern wollen, dass er zur Rückzahlung des Geldes verpflichtet wird, ist die Anklagebehörde überzeugt.

Vor Gericht sagte der Mann, sein Schwiegervater habe ihm angedroht, dafür zu sorgen, dass er seine Familie verlieren werde. Daraufhin habe er den Schwiegervater geschubst, so dass dieser mit dem Kopf gegen eine Eckbank gefallen sei. Was danach passiert sei, daran könne er sich nicht erinnern, sagte er über die Vorwürfe.

Die Tochter des Opfers, die vom Angeklagten inzwischen geschieden ist, tritt als Nebenklägerin in dem Prozess auf. Es sind zunächst noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

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