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Bayern Seltener Brandversuch: Forscher fackeln "Zimmer" ab

Holzpaletten brennen bei einem Großbrandversuch der Technischen Universität München. Foto: Sven Hoppe/dpa/Aktuell

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München (dpa/lby) - Um die Sicherheit von Holzhäusern auch bei mehrstöckigen Bauten zu beweisen, haben Forscher in München einen höchst seltenen Großbrandversuch durchgeführt. Sie simulierten am Donnerstag ein mit Büchern und Möbeln vollgestopftes Wohnzimmer und zündeten es an - die Rauchwolke war kilometerweit zu sehen. Die Ergebnisse der mehr als eine Viertelmillion Euro teuren Versuchsreihe aus fünf Bränden sollen am Schluss in die Musterbauordnung einfließen.

"Versuche in dieser Größenordnung gibt es nicht oft. Weltweit waren es im letzten Jahrzehnt etwa zehn Stück", sagte der für den Brandaufbau zuständige Projektleiter Thomas Engel von der Technischen Universität München (TUM). Während des Versuchs zeichneten rund 400 Sensoren unter anderem Temperatur, Strömungsgeschwindigkeit und das Gewicht des verbrennenden "Mobiliars" auf.

Ein Schwerpunkt lag dabei auch auf dem "Stockwerk" oberhalb des brennenden "Zimmers". "Die Fassade ist im Brandschutz immer das Kritische, bei allen Bauweisen", erläuterte Versuchsleiter Stefan Winter. Der Professor für Holzbau und Baukonstruktion betonte, dass die Forschung inzwischen zeigen konnte, dass Holzhäuser inzwischen bei Sicherheit und Risikoniveau gleichwertig seien mit anderen Bauweisen. Dies ist auch aus Gründen des Klimaschutzes relevant: Auf Jahrzehnte verbautes Holz ist eine große CO2-Senke.

© dpa-infocom, dpa:210128-99-209075/3

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