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Bayern Söder: Lenkungswirkung einer Korridormaut überprüfen

Markus Söder (CSU), CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern. Foto: Peter Kneffel/Archiv

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

München (dpa/lby) - Im deutsch-österreichische Verkehrsstreit zeigt sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) offen für eine Prüfung der von Tirol geforderten Korridormaut. "Die Lenkungswirkung einer Korridormaut sollten wir überprüfen", sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur. Tirol will mit einer Maut von München bis Verona über höhere Gebühren den ständig wachsenden Lastwagen-Verkehr auf der Brennerstrecke verringern.

Söder verlangte zugleich, Tirol müsse sich bei der Lkw-Blockabfertigung bewegen, die regelmäßig zu kilometerlangen Lastwagenstaus auf deutscher Seite führt. "Die Blockabfertigung wird zu einem echten Sicherheitsrisiko und verstößt gegen Europarecht", sagte Söder. Das ganze Inntal brauche eine Entlastung. "Wir brauchen klügere Lösungen für eine der wichtigsten Transitstrecken in ganz Europa. Das ist ein europäisches Thema und kann nicht nur durch Tirol entschieden werden."

Vor allem aber müsse der Ausbau der Schiene vorankommen. Anders sei die Transitfrage nicht in den Griff zu bekommen. "Wir müssen die Verkehrssteuerung für den Alpen-Transit verbessern. Dazu braucht es einen massiven Ausbau des Konzeptes der rollenden Landstraße, also der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Vor allem aber brauchen wir einen schnelleren Bau der Brennerzulaufstrecken. Der Bund sollte rasch Beschleunigungsgesetze für Bahnstrecken auf den Weg bringen. Nach jetzigen Planungen braucht es bis 2050. Das ist doch absurd."

Die Bahntrasse auf deutscher Seite soll die Kapazitäten zum Brenner-Basistunnel erhöhen, an dem Österreich und Italien bauen und der ab 2028 mehr Güter auf die Schiene bringen soll. Auf deutscher Seite steht aber noch nicht einmal fest, ob eine neue Bahntrasse gebaut wird und wo sie verlaufen soll.

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