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Bayern Staatsforsten setzen Pflanzungen trotz Millionenlochs fort

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München (dpa/lby) - Ungeachtet eines zweistelligen Millionendefizits planen die Bayerischen Staatsforsten keine Kürzung bei der angekündigten Pflanzung von 30 Millionen Bäumen. Das berichtete am Mittwoch Forstverwaltungschef Hubertus Wörner im Agrarausschuss des Landtags. "Die schwierige Lage der Staatsforsten bedeutet nicht, dass man in den Bereichen Waldpflege, Waldumbau oder Waldnaturschutz zurückfahren oder Dinge einstellen müsste", betonte der Spitzenbeamte. "Das wäre absolut kontraproduktiv."

Fünf der dreißig Millionen Bäume sollen bis Ende 2024 als zusätzlicher Ausgleich für den Klimawandel gepflanzt werden. Die Staatsforsten sind mit gut 8000 Quadratkilometern Fläche der größte deutsche Forstbetrieb. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen einen Nettoverlust von 80 Millionen Euro hinnehmen müssen, im nächsten Jahr wird das Ergebnis voraussichtlich noch schlechter ausfallen.

Hauptursache war der rasante Verfall der Preise für Fichtenholz in ganz Mitteleuropa. Die schnellwachsenden Nadelbäume sind nach wie vor der wichtigste Wirtschaftsbaum, vertragen jedoch Trockenheit und Stürme nicht, die in den vergangenen Jahren den Wäldern schwer zugesetzt haben. Rekordmengen an "Schadholz" führten dann zum Absturz der Preise.

Der Vorstand hat deswegen die Aufnahme von 130 Millionen Euro Krediten angekündigt. Die Staatsregierung als Eigentümer muss nach Wörners Worten nicht rettend eingreifen: "Akuten Bedarf für eine darüber hinaus gehende Entlastung des Unternehmens durch den Freistaat Bayern gibt es derzeit nicht."

Auch von der Opposition kam angesichts der tristen Lage auf dem Holzmarkt keine Kritik an Vorstand oder Staatsregierung. "Da sollte nicht der Vorwurf sein, dass hier schlecht gewirtschaftet wurde", sagte Hans Urban (Grüne).

Die Grünen merkten allerdings an, dass die Staatsforsten in guten Jahren insgesamt 650 Millionen Euro an die Staatskasse abgeführt haben - und dieses Geld auch zur Stärkung des Eigenkapitals hätte verwendet werden können.

Von der CSU kam eine ebenso vorsorgliche wie flammende Solidaritätsbekundung für den Fall, dass der Freistaat doch einmal Geld zuschießen müsste: "Wir werden die bayerischen Staatsforsten nie allein lassen mit dieser Herausforderung", betonte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Martin Schöffel.

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