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Bayern Streit um Augsburger Bordell vor Gericht

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv

(Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa)

München/Augsburg (dpa/lby) - Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München befasst sich heute mit der Frage, ob in einem Augsburger Gewerbegebiet ein Bordell betrieben werden darf oder nicht. Ein Bordellbetreiber klagt gegen einen Bebauungsplan der Stadt, der derartige Etablissements in dem Gebiet untersagt. Augsburg begründet das Verbot unter anderem damit, dass sich die Stadt "seit 2005 mit einer stetig steigenden Zahl von Bordellen und bordellartigen Betrieben konfrontiert" sieht.

Dieses Phänomen gibt es nicht nur in Augsburg. "Das Problem ist in den Mitgliedsstädten des bayerischen Städtetags vereinzelt aufgetreten", sagte ein Sprecher des Bayerischen Städtetages. "Allerdings gibt es für die Städte derzeit nur bedingt rechtliche Möglichkeiten, Bordellbau zu verhindern."

Nach Angaben des bayerischen Sozialministeriums waren Ende Dezember 2017 im Freistaat 578 Prostitutionsgewerbe offiziell angemeldet. Aktuellere bayernweite Daten hat das Landesamt für Statistik noch nicht veröffentlicht und auch ältere Vergleichszahlen gibt es nach Ministeriumsangaben nicht, weil "Prostitutionsstätten" vor Inkrafttreten des Prostituiertenschutzgesetzes im Juli 2017 nicht registriert wurden.

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