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Bayern Teure Schilder sollen Autofahrer warnen

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild

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Vaterstetten (dpa/lby) - Rund 100 000 Euro gibt der Freistaat für schwer lesbare Hinweisschilder aus, mit denen Autofahrer vor Wildwechseln gewarnt werden sollen. Das erste Exemplar des recht kleinen Banners, das in einem Metallrahmen eingehängt ist, stellte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) am Mittwoch an einer Kreisstraße nahe Vaterstetten bei München vor. Darauf abgebildet ist ein Fuchswelpe mit dem Spruch "Schütze Leben unseres und deins".

Die Vizepräsidentin des bayerischen Bunds der Steuerzahler, Maria Ritch, sagte, ihr Verband bezweifle die Sinnhaftigkeit der Aktion, sollten die Schilder wirklich schwer erkennbar sein. Sie wolle beim Ministerium kritisch zum Kosten-Nutzen-Verhältnis nachfragen.

Landesweit sollen 1500 Schilder aufgestellt werden, erklärte ein Sprecher des Jagdverbands. Dieser beteilige sich mit 10 000 Euro an den Kosten, die demnach insgesamt 110 000 Euro betragen. Kritik an Abmaßen und Lesbarkeit der Schilder wies er zurück. Größere Exemplare wären deutlich teurer geworden, da dann Fundamente gegossen werden müssten. In der aktuellen Variante reiche ein Aufsteller. Zudem reflektierten die Plakate, so dass sie auch in der Dunkelheit gut zu erkennen seien.

Dem Jagdverband zufolge kommen in Bayern jährlich 76 000 Wildtiere bei Unfällen um. Neben Warnschildern gebe es auch ein App, die Autofahrer an bestimmten Stellen vor Wildgefahr warnen soll. Zudem werde derzeit an fünf Teststrecken ein infrarotbasiertes System erprobt, das Warnleuchten für Autofahrer auslöst, sobald sich ein Tier nähert. Dazu registrieren die untereinander vernetzten Geräte die Körperwärme des Tieres, hieß es.

Warn-App "Wuidi"

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