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Bayern Ude zu SPD-Casting: "Wie soll das Happy End aussehen?"

Christian Ude (SPD), ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt München, schaut in die Kamera. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild

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München (dpa/lby) - Der frühere Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (71, SPD) kann sich nach dem öffentlichen Vorsitzenden-Casting der Sozialdemokraten kein Happy End vorstellen. "Wie soll das Happy End aussehen?", fragt er in einem Gastbeitrag für den "Münchner Merkur" (Dienstag). "Wenn es zu einer Stichwahl kommt, kann jedem Siegerpaar von der politischen Konkurrenz und den Medien lange vorgehalten werden, für die Mehrheit der eigenen Partei nur "zweite Wahl" gewesen zu sein. Ein bescheidener Auftritt."

Sollten Vize-Kanzler Olaf Scholz und Karla Geywitz gewinnen, müsse die SPD sich fragen, "warum sie gefühlte Ewigkeiten ununterbrochen von grundlegender Erneuerung gesprochen hat, wenn am Ende ein "Weiter so" herauskommt". Sollte Scholz nicht gewinnen, "wird statt des Neustart-Projekts der ranghöchste Sozialdemokrat desavouiert. Auch eine schwere Belastung".

Ude fordert im "Merkur": "Keine Heilserwartung an ein Paar, die ohnehin nicht erfüllt werden kann." Die SPD müsse stattdessen "nüchtern nachdenken darüber, warum es die Sozialdemokratie in Europa (...) unsagbar schwer hat". Die schlimmste Nachricht über die Regionalkonferenzen zum Finden einer neuen Parteispitze war aus seiner Sicht: "Die SPD lebt." "So berichtet man eigentlich nur über Komapatienten auf der Intensivstation, wenn sie unverhofft mit einem Auge zwinkern."

Am Wochenende war die Serie von 23 Regionalkonferenzen zu Ende gegangen. Seit Montag können die SPD-Mitglieder nun über die künftige Führung abstimmen.

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