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Bayern Verteidigung plädiert im Prozess um Kindesmissbrauch

(Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild)

Würzburg (dpa/lby) - Der Prozess um schweren sexuellen Missbrauch von kleinen Jungen gegen einen Logopäden vor dem Landgericht Würzburg nähert sich dem Ende. Die Verteidigung des Mannes soll heute plädieren. Womöglich spricht die Große Jugendkammer danach auch das Urteil. Der 38 Jahre alte Angeklagte hatte Anfang März gestanden, sich jahrelang an ihm anvertrauten, behinderten Buben vergangen zu haben - in mehr als 60 Fällen davon schwer.

Staatsanwaltschaft und Nebenkläger wollen den Deutschen für 13 Jahre und 9 Monate im Gefängnis sehen. Zudem sollte der 38-Jährige ein Berufsverbot erhalten, hatte Staatsanwältin Manuela Teubel von der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg in ihrem Plädoyer gesagt. Einige Nebenklagevertreter verlangten darüber hinaus Sicherungsverwahrung für den Logopäden. Diese wird in der Regel angeordnet, um die Allgemeinheit auch nach Verbüßung einer Haftstrafe vor dem Täter zu schützen.

Die Schlussworte und das Urteil werden aufgrund gesetzlicher Vorgaben ohne Öffentlichkeit gehalten - ein Großteil des Prozesses fand zum Schutz der Opfer hinter verschlossenen Türen statt. Der Fall gilt als eines der schlimmsten bekannten Missbrauchsdelikte in Bayern.

Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern ist in Paragraf 176a des Strafgesetzbuches definiert. Das sind alle Handlungen an Kindern, die mit dem Eindringen in den Körper verbunden sind. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2019 bundesweit 13 670 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern registriert - 10,9 Prozent mehr als im Vorjahr. 10 259 Verdächtige gab es.

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