Regionalnachrichten

Bayern Wetterrisiken: 450 Winzer und Obstbauern versichern sich

dpa_Regio_Dummy_Bayern.png

Frost, Sturm und Starkregen setzen der Ernte der bayerischen Winzer und Obstbauern immer häufiger zu. Nun unterstützt das bayerische Landwirtschaftsministerium viele dabei, sich gegen die Wetterrisiken zu versichern.

München (dpa/lby) - Hunderte Winzer und Obstbauern in Bayern haben sich mit einem Förderprogramm des Landwirtschaftsministeriums gegen Wetterrisiken versichert.

Wie das Ministerium am Sonntag mitteilte, laufe das Programm "gut an". Bis Anfang März hätten demnach bereits 450 Winzer und Obstbauern einen Antrag auf Förderung gestellt. Das Pilotprojekt bezuschusse die Prämien auf Schutz vor Starkfrost, Sturm oder Starkregen mit bis zu 50 Prozent.

Möglich ist es nach Ministeriumsangaben, Versicherungen gegen einzelne Risiken oder auch eine Kombination mehrerer Risiken abzuschließen. Gefördert werde allerdings nur ab einer Anbaufläche von mindestens 0,3 Hektar je Kulturgruppe wie Kern- und Steinobst oder Weintrauben. Die Förderanträge für dieses Jahr konnten bis zum ersten März eingereicht werden.

Rund 3000 Hektar Anbaufläche seien nun versichert worden. "Jeder vierte Hektar der Anbaufläche wurde damit versichert. Das ist ein sehr großer Erfolg für unser neues Sonderprogramm", sagte Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU). Dies zeige, dass "Obstbauern und Winzer bereit sind, sich gegen die zunehmenden Wetterrisiken selbst abzusichern".

Das Programm fördere die Versicherung von 33 Prozent der Erdbeer-, 31 Prozent der Weinbau- sowie zwölf Prozent der Obstanbauflächen Bayerns. Somit könne den "besonders von Witterungsrisiken betroffenen Winzern und Obstbauern" geholfen werden, so Kaniber. Der Klimawandel betreffe aber alle Wirte. Sie setze sich daher für ein "Förderprogramm zur Versicherung witterungsbedingter Ernterisiken für die gesamte Landwirtschaft" auf Bundesebene ein, sagte die Ministerin weiter.

Die Antragsteller würden nun in einem zweiten Schritt einen Mehrfachantrag abgeben und einen Flächen- und Nutzungsnachweis für die zu versichernden Flächen erbringen müssen. Jährlich sollen 1,5 Millionen Euro fließen, damit Betroffene die teils kostenintensiven Versicherungen abschließen können.

In Franken hatten Frost und Trockenheit den Winzern im vergangenen Jahr die kleinste Ernte seit 35 Jahren beschert. Nach Worten von Weinbaupräsident Artur Steinmann können Spätfröste gerade den frisch ausgetriebenen Reben im Frühjahr derart zusetzen, dass der Ertrag für einen Winzer in den nächsten drei Jahren erheblich beeinflusst ist. In Franken gibt es etwa 3500 Weinbauern, die auf mehr als 6000 Hektar Wein anbauen.

Baumobst sowie Erdbeeren und Strauchbeeren werden auf etwa 5900 Hektar professionell angepflanzt. Erfasst sind hierbei nur Betriebe, die mehr als einen halben Hektar bewirtschaften. Die Spätfröste im vergangenen Frühjahr hatten auch sie massiv getroffen. Von bis zu 30 Prozent Verlust sprach etwa der Verein Fränkische Obstbauern.

Aufzeichnungen der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau seit 1968 bestätigten ein immer früheres Austreiben der Reben. Spätfröste setzen den dann schon gut entwickelten Pflanzen zu - bis hin zum Totalausfall.

© dpa-infocom, dpa:210307-99-724730/2

Regionales