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Bayern Wiesnattentat: OB entschuldigt sich für Versäumnisse

Dieter Reiter, der Oberbürgermeister von München. Foto: Josefine Kaukemüller/dpa/Archivbild

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München (dpa/lby) - Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat sich zum 40. Jahrestag des rechtsterroristischen Oktoberfest-Attentats bei den Opfern für Versäumnisse der Behörden entschuldigt. Es sei enttäuschend und bedauerlich, dass die Hintergründe des Attentats trotz der neuen intensiven und ernsthaften Ermittlungen nicht mehr vollständig aufgeklärt werden konnten, sagte Reiter am Samstag bei einem Gedenken auf der Theresienwiese.

"Noch schwerer aber wiegt ein anderes Versäumnis: nämlich, dass man die Familien der Getöteten, die Überlebenden und ihre Angehörigen jahrzehntelang in beschämender Weise allein gelassen hat mit ihren Verletzungen, ihren Schmerzen und ihren Traumata", sagte Reiter. "Ihre Hilferufe hat man ignoriert, ihre Forderungen nach Unterstützung wurden oft genug abgelehnt und sie selbst sogar als Simulanten diffamiert." Das sei für einen Rechtsstaat vollkommen inakzeptabel und einer humanen Gesellschaft unwürdig.

Auch von Seiten der Münchner Stadtpolitik und der städtischen Verwaltung habe es in der Vergangenheit Versäumnisse gegeben, "die ich zutiefst bedauere und für die ich mich als Münchner Oberbürgermeister bei allen Betroffenen im Namen der Stadt ausdrücklich entschuldigen möchte". Die Schicksale der Betroffenen und ihre "mehr als berechtigten Wünsche nach Anerkennung ihres Leids" dürften niemals wieder aus dem Blick geraten.

Die Stadt hatte bereits Zahlungen an die Opfer bereitgestellt; sie beteiligt sich zudem mit Bund und Land an einem Fonds mit einem Volumen von 1,2 Millionen Euro.

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