Regionalnachrichten

Bayern Würzburger Kickers zeigen "großes Kino"

Der Würzburger Trainer Michael Schiele gestikuliert am Spielfeldrand. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild

(Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild)

Die Würzburger Kickers stürzen sich in einen Party-Marathon. Nach einem Aufstiegskrimi kehren die Unterfranken in die 2. Bundesliga zurück. In die Freude mischt sich aber auch Ungewissheit: Im Mittelpunkt steht der Aufstiegscoach.

Würzburg (dpa/lby) - Mit prickelndem Schaumwein und "Super FWK, super FWK"-Gesängen feierten die Würzburger Kickers ihr Happy End. Nach drei Jahren und einem Herzschlag-Finale sicherten sich die Unterfranken die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Mit einem erst in der Nachspielzeit verwandelten Handelfmeter erlöste Kapitän Sebastian Schuppan die Mannschaft von Trainer Michael Schiele. "Schuppi hat das Drehbuch für diese Saison überragend beendet", verkündete Aufstiegscoach Schiele vor seiner Bierdusche.

Zur Zukunft des bei den Anhängern beliebten Trainers hat sich Fußballchef Felix Magath offiziell aber weiter nicht geäußert. "Wir haben alles gemacht, was in unserer Macht steht", befand Routinier Schuppan, der für sich persönlich einen Hollywood-reifen Abschluss gefunden hat und in Vertragsfragen sogar selber aktiv werden wollte: "Zur Not drucke ich das Ding heute Abend aus." In erster Linie stand nach dem 2:2 (1:1) am Samstag gegen den Halleschen FC und dem direkten Aufstieg aber erstmal ein Party-Marathon an.

Die Würzburger haben einen Coup gelandet. Vor der Corona-Zwangspause lag die junge Mannschaft gerade einmal auf Tabellenplatz zehn - danach startete sie so richtig durch. "Über die ganze Saison war das absolut geil und verdient", resümierte Schiele, der die Kickers seit Oktober 2017 als Chef betreut. "Absolut geil, wie sich die Spieler entwickelt haben. Das war ganz, ganz großes Kino."

Das trifft auch auf Schuppan zu. Der mittlerweile 33-Jährige ist in seiner Profikarriere nun zum fünften Mal aufgestiegen. 2006 mit Energie Cottbus in die Bundesliga, 2009 (SC Paderborn), 2011 (Dynamo Dresden), 2015 (Arminia Bielefeld) und nun mit Würzburg ins deutsche Unterhaus. "Ich bin vor drei Jahren hergekommen, wir hatten das Ziel aufzusteigen, jetzt ist die Mission beendet", sagte Schuppan von seinen Gefühlen nach dem Last-Minute-Treffer überwältigt. "Was soll jetzt noch kommen?"

Eine herausfordernde Saison in der 2. Bundesliga könnte man dem Routinier antworten. Und dafür muss auch die Trainerfrage geklärt werden. "Heute Abend nicht", sagte Vorstandschef Daniel Sauer der "Main-Post" wenige Stunden nach dem Aufstieg auf die Frage, wann über die Frage nach dem Cheftrainer entschieden werde. Er würdigte auch Magath, der seit Januar dieses Jahres Boss von Flyeralarm Global Soccer ist. Die Onlinedruckerei Flyeralarm unterstützt unter anderem das Würzburger Team. "Natürlich hat der Felix einen Anteil an diesem Erfolg", sagte Sauer. "Wer so viel Erfahrung und Kompetenz in einen Verein hereinbringt, der hilft natürlich."

Die Würzburger halfen sich am Samstag in einem Zitterfinale selbst. Durch Pascal Sohm (37.) und Julian Guttau (54.) waren sie jeweils in Rückstand geraten. Luca Pfeiffer (42.) und schließlich Schuppan sorgten dafür, dass ihr Team hinter dem nicht aufstiegsberechtigten Drittliga-Meister FC Bayern München II auf Tabellenplatz zwei landete. Bei einer Niederlage hätten die Würzburger in die Relegation gegen den 1. FC Nürnberg gemusst.

"Gratulation an die Mannschaft, an das Trainerteam um Michael Schiele und an alle Verantwortlichen im Club", beglückwünschte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, die feierwütigen Kickers zu ihrem Erfolg.

Newsticker