Regionalnachrichten

Berlin & Brandenburg 24 Jahre: Gedenkveranstaltung zum Anschlag auf Noël Martin

dpa_Regio_Dummy_BerlinBrandenburg.png

Potsdam (dpa/bb) - Er wurde von jungen Rechtsradikalen in Mahlow (Teltow-Fläming) angepöbelt und mit dem Auto verfolgt - die Fahrt endete vor einem Baum. Seitdem sitzt Noël Martin im Rollstuhl. 24 Jahre nach der Tat wollte Brandenburgs Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier am Dienstag mit einer Gedenkveranstaltung am Mahnmal in Blankenfelde an den rassistischen Angriff erinnern. "In Zeiten wie diesen, in denen das Thema Rassismus endlich auf die weltweite Agenda gesetzt wird, ist es besonders wichtig, ein Zeichen zu setzen und an diesen schrecklichen Angriff zu erinnern", so Lemmermeier.

Brandenburg ist es nach den Worten Lemmermeiers Noël Martin schuldig, die Erinnerung an die Tat wach zu halten. Der gebürtige Jamaikaner und frühere Bauunternehmer, der in Birmingham lebt, wurde am 16. Juni 1996 gemeinsam mit Arbeitskollegen in Mahlow von einer Gruppe junger Leute angegriffen. Nach einem Steinwurf auf seinen Wagen kam der damals 36-Jährige von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Seither ist er vom Hals ab querschnittsgelähmt.

Auf Martins Initiative hin und mit Mitteln der Landesregierung wurde 2003 der Noel-und-Jacqueline-Martin-Fonds gegründet, der 2008 in eine Stiftung umgewandelt wurde. Damit werde der Jugendaustausch zwischen Mahlow und Birmingham initiiert.

Newsticker