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Berlin & Brandenburg 70 Jahre Luftbrücke: Rosinenbomber landen nicht in Tempelhof

Zahlreiche Versorgungsflugzeuge nach der Landung auf dem Flugplatz in Berlin Gatow im Jahr 1948. Foto: UPI/Archivbild

(Foto: UPI/dpa)

70 Jahre nach Ende der Luftbrücke sollten die Rosinenbomber wieder über Tempelhof fliegen. Doch die Umsetzung der großen Pläne gestaltet sich schwierig: Das Fest in Tempelhof ist erstmal abgesagt.

Berlin (dpa/bb) - Das Fest zum 70. Jahrestag des Endes der Luftbrücke in Berlin ist geplatzt. Eine Landung historischer Maschinen auf dem Flughafen Tempelhof und ein dazugehöriges Fest sind aus gesetzlichen Gründen nicht möglich, wie die Veranstalter und die Umweltsenatsverwaltung am Freitag erklärten. Die Pläne seien nicht mit dem Tempelhof-Gesetz vereinbar. Ob die Flugzeuge wie ursprünglich angedacht am 15. und 16. Juni das Brandenburger Tor und den Flughafen Tempelhof überfliegen werden, steht noch nicht fest. Ein entsprechender Antrag sei noch in Bearbeitung, sagte Mitinitiator Thomas Keller.

Während der Blockade West-Berlins zwischen Juni 1948 und Mai 1949 versorgten die Rosinenbomber genannten Flugzeuge den abgesperrten Teil der Stadt mit Gütern. Anlässlich des Jubiläums sollen die Maschinen entlang der historischen Route von Wiesbaden nach Berlin fliegen. Auf dem Weg werden sie Station in Faßberg, Jagel, Nordholz und Stendal machen, wie Keller berichtete. Zum Fest in Faßberg wird demnach Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erwartet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist Schirmherr des Jubiläums.

Alleine zu dem Auftaktevent in Wiesbaden am 10. Juni erwarten die Veranstalter 40 000 Schaulustige. Dort sollen Süßigkeiten an Fallschirmen aus den Maschinen geworfen werden. An dem Flug nach Berlin sollen nach derzeitigem Stand mehr als 20 Maschinen des Modells DC-3 teilnehmen. Die DC-3 flog zu Beginn der Luftbrücken-Zeiten über Berlin.

Auch Berliner sollten die alten Rosinenbomber aus der Nähe erleben können. Doch das geplante Fest auf dem Tempelhofer Feld findet nicht statt. Der Sprecher der Umweltsenatsverwaltung, Jan Thomsen, erklärte, dass das Tempelhof-Gesetz die Landung der Flugzeuge nicht zulasse. Das Gesetz sieht vor, dass der innere Wiesenbereich mit der Start- und Landebahn öffentlich zugänglich bleiben müsse. Eine für das Event notwendige Sperrung sei demnach nicht möglich.

Von einer Alternativ-Veranstaltung für Jugendliche und Schulklassen in Schönhagen (Landkreis Teltow-Fläming) habe man aus nicht lösbaren versicherungstechnischen Gründen Abstand nehmen müssen, sagte Keller. Er bedauere das.

Welchen Weg die Rosinenbomber nun über Berlin fliegen werden, stand zwei Wochen vorher ebenfalls noch nicht fest. Die endgültige Genehmigung für den Flug über das Brandenburger Tor und den Flughafen Tempelhof wird nach Hoffnung der Veranstalter rechtzeitig erteilt. Die Routen seien noch in der Auswahl und würden kurzfristig bekanntgegeben werden, sagte Thomas Keller. Er zeigte sich zuversichtlich, dass nach den großen Events in Wiesbaden, Faßberg und Jagel die DC-3s ein weiteres Mal auch über Berlin zu sehen sein werden.

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