Regionalnachrichten

Berlin & Brandenburg Albers: Virologischer Blick verengt Blick auf reale Welt

Wolfgang Albers (Die Linke) spricht im Berliner Abgeordnetenhaus. Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild

(Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild)

Berlin (dpa/bb) - Der Linken-Abgeordnete und Arzt Wolfgang Albers macht sich Sorgen um die weitere Akzeptanz der Corona-Einschränkungen und fordert einen rationalen Umgang mit der Krankheit und den notwendigen Maßnahmen. Albers betonte am Montag im Innenausschuss: "Da verengt der virologische Blick manchmal den Blick auf die reale Welt." Als Politiker müsse man aber eigene Schlussfolgerungen ziehen.

"Wir haben in Berlin zu keinem Zeitpunkt die vorhandenen Kapazitäten auch nur annähernd ausgeschöpft", sagte Albers. Am 21. April habe es beim höchsten Stand 165 Patienten auf den Intensivstationen gegeben. Derzeit seien es 151 Intensivpatienten. "Wir halten aber weiterhin 633 Intensivbetten vor und weihen heute die Messeklinik mit weiteren 500 Betten ein. Die Akzeptanz für unsere Maßnahmen sinkt mit der Plausibilität unseres Verhaltens. Da haben wir in der Tat ein Problem."

Es reiche eben nicht, immer wieder auf zu erwartende Zahlen zu verweisen und zu sagen, die Pandemie sei noch nicht überwunden, sagte Albers. Manche Entscheidungen seien nicht mehr vermittelbar. "Warum darf man in eine Kirche nur mit 50 Menschen reingehen, wenn die Kirche 2000 Plätze hat?"

Newsticker