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Berlin & Brandenburg Alle Berliner Schulen sind wieder offen: Die Sorgen bleiben

Stühle stehen in einer Schule auf den Tischen. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild

(Foto: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild)

In Berlin geht die erste Woche nach den Sommerferien zu Ende. Und die Bilanz ist ernüchternd: An den Schulen gab es mehrere positive Corona-Tests. Immerhin: Ein Gymnasium steht wieder offen, nachdem die Schüler einen Tag zu Hause waren.

Berlin (dpa/bb) - Die erste Schule in Berlin, die nach den Sommerferien wegen eines möglichen Corona-Falls geschlossen wurde, hat den Unterricht wiederaufgenommen. Am Freitag konnten die Schülerinnen und Schüler des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums im Bezirk Treptow-Köpenick nach einem Tag Unterbrechung zurück in ihre Klassenräume. Die Lehrerinnen und Lehrer sowie eine Schulklasse seien am Donnerstag auf Sars-CoV-2 getestet worden, alle Tests seien negativ, sagte Schulleiter Thomas Hähnert am Freitag.

Auch der zuständige Bezirksstadtrat Bernd Geschanowski bestätigte: "Der Schulbetrieb ist wiederaufgenommen." Damit sind am Ende der ersten Woche des neuen Schuljahres alle Schulen in der Bundeshauptstadt erneut offen. Allerdings hat es an mehreren weiteren Schulen in verschiedenen Bezirken wie Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf bereits positive Tests auf das Virus gegeben.

"Ich freue mich für die Lehrkräfte, dass es ihnen gut geht", sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) nach Bekanntwerden der Testergebnisse am Freitag. "Dankbar bin ich dem Kollegium des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums, dass es den Unterricht sofort wieder aufnimmt."

Die Schule im Stadtteil Friedrichshagen war am Donnerstag vorsichtshalber geschlossen worden. Das hatte der Schulleiter in Rücksprache mit der Schulaufsicht entschieden, als er erst am Mittwochabend davon erfahren hatte, dass eine Lehrkraft positiv getestet worden sei. Die Schulschließung war nach Angaben der Bildungsverwaltung ein Sonderfall - üblicherweise sollen Schulen bei so geringen Infektionszahlen geöffnet bleiben.

Auf das Risiko von Infektionen nach der Rückkehr zum Regelbetrieb mit gewohnten Klassengrößen, ohne Abstandsregeln und mit einer Maskenpflicht, die nicht im Unterricht gilt, hatten Kritiker zum Schulstart immer wieder hingewiesen. Bildungssenatorin Scheeres stand deswegen wochenlang in der Kritik. Die Bildungsgewerkschaft GEW hält das Konzept für fahrlässig - aus ihrer Sicht sind die Lerngruppen zu groß. Daran hat sich mit Schulbeginn nichts geändert.

Auch bei vielen Eltern gibt es nach wie Sorgen. Die seien zwar überwiegend froh, dass die Schulen nicht mehr geschlossen seien wie im Frühjahr, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses Norman Heise. Es gebe aber auch die Befürchtung, dass Kinder sich in der Schule infizieren könnten. Aus Sicht der Elternvertreter könnte eine Maskenpflicht im Unterricht dazu beitragen, das Risiko zu verringern.

Aus Sicht der GEW sind nicht zuletzt zusätzliches Personal und weitere Räume für die Berliner Schulen notwendig - Voraussetzungen dafür, dass die Lerngruppen kleiner werden können. Scheeres' Fazit nach der ersten Schulwoche lautet: Die Berliner Lehrerinnen und Lehrer seien insgesamt sehr umsichtig und entschlossen mit den Herausforderungen durch die Pandemie umgegangen.

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