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Berlin & Brandenburg Ambrosia "langfristiges Problem" in Brandenburg

Eine junge Ambrosia-Pflanze wächst auf einem Feld. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Wünsdorf (dpa/bb) - Ausreißen, Mähen und 85 Grad heißes Wasser: Brandenburg versucht mit verschiedenen Methoden die besonders allergieauslösende Pflanze Ambrosia zurückzudrängen. Etwa 500 Kilometer Straßenränder und rund 5000 Hektar Ackerfläche sind landesweit betroffen, wie das Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) auf Anfrage mitteilte.

Das war bereits vor einigen Jahren so. "Ambrosia ist ein langfristiges Problem", so Matthias Hoffmann, Koordinator Ambrosiabekämpfung beim LELF. "Bis bezifferbare Rückgänge zu verzeichnen sein werden, wird es einige Jahre dauern."

Die Pollen der Ambrosia oder Traubenkraut - die Pflanze sieht wie harmloses Unkraut aus - gelten als besonders aggressiv. Schon kleine Mengen des Blütenstaubs können heftige Reaktionen hervorrufen. Heuschnupfengeplagte bekommen juckende und rote Augen und eine volle Nase. Die Pollen können aber auch Asthma auslösen. Auch Menschen, bei denen Pollen sonst keine allergischen Reaktionen hervorrufen, können sensibel reagieren. Die Pflanze blüht recht lang, von Juli bis zum ersten Frost.

Jahrelang wurden in Brandenburg Straßenränder, auf denen sich die Ambrosia gerne ausbreitet, gemäht. Doch die Pflanze schlägt wieder aus und bildet Samen. Daher wurde nun der Einsatz mit 85 Grad heißem Wasser im Süden Brandenburgs an Straßenrändern erprobt. Die Gegend südwestlich von Cottbus gilt als Ambrosia-Hotspot. Aber auch um Potsdam gibt es nach Angaben des Landesamtes zahlreiche kleinere Vorkommen. Nördlich von Berlin gebe es dagegen noch kein Funde.

Das heiße Wasser wird mit einem Isolierschaum auf die Pflanzen gespritzt. Durch den Schaum, der nach Angaben des Landesamtes aus biologisch abbaubaren Tensiden besteht, bleibt das Wasser länger heiß. Folge: die Pflanze stirbt ab und bildet keine Samen mehr. "Die Pflanze ist umgekippt und schwarz", beschreibt Hoffmann das Ergebnis nach der heißen Dusche.

Jetzt sollen weitere Straßenränder besprüht werden. "Wir sprühen mit heißem Wasser, was das Zeug hält", so Hoffmann. Die klimatischen Veränderungen kämen der Pflanze entgegen. Ambrosia sei sehr anpassungsfähig, liebe aber warmes und trockenes Klima. "Mit Dürreperioden kommt sie gut zurecht."

© dpa-infocom, dpa:210725-99-517114/2

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