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Berlin & Brandenburg Angeklagter schweigt zunächst in Mordprozess

Eine Justitia mit verbundenen Augen und einer Waage ist am Eingang des Kriminalgerichts Moabit zu sehen. Foto: Jens Kalaene/ZB/dpa

(Foto: Jens Kalaene/ZB/dpa)

Berlin (dpa/bb) - Im Mordprozess gegen einen 64-jährigen Berliner, der seine deutlich jüngere Mitbewohnerin im Juli 2019 erstochen haben soll, hat der Angeklagte am Dienstag zunächst geschwiegen. Der Verteidiger kündigte zu Verhandlungsbeginn an, dass sich sein Mandant später zu seinen damaligen Lebensumständen äußern werde. Nach seiner Festnahme soll der Mann erklärt haben, er habe keine Erinnerung an das Geschehen.

Die aus der Ukraine stammende Frau soll ab Mai 2019 in der Wohnung des Deutschen in Berlin-Tempelhof gelebt und als Reinigungskraft gearbeitet haben. Am Abend des 21. Juli 2019 attackierte der Mann laut Anklage im Hausflur vor seiner Wohnung seine Mitbewohnerin unvermittelt mit einem Messer und versetzte ihr einen Stich in den Rücken. "Weil er nicht damit einverstanden war, dass sie noch ausgehen wollte." Der 64-Jährige soll die Verletzte zurück in seine Wohnung gezogen haben, wo sie kurz darauf starb.

Blutspuren im Hausflur hätten drei Tage später zur Entdeckung des Verbrechens geführt, hieß es am Rande der Verhandlung. Der gelernte Haustechniker, der zuletzt arbeitssuchend gewesen sein soll, wurde in seiner Wohnung festgenommen. Die Anwältin der Nebenklage sagte am Rande, eine intime Beziehung zu der Frau habe nicht bestanden. Der Angeklagte soll der Mitbewohnerin allerdings Avancen gemacht haben. Möglicherweise habe Eifersucht zu der Tat geführt. Der Prozess wird am 22. Januar fortgesetzt.

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