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Berlin & Brandenburg Ansturm auf Geschäfte bleibt in Berlin am Adventssamstag aus

Nur wenige Weihnachtsbuden auf dem Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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"Glühwein-Pulks" und volle Geschäfte blieben die Ausnahme: Am 2. Adventssamstag in der Corona-Krise war es im Berliner Einzelhandel weitgehend ruhig. Nun steht aber ein verkaufsoffener Sonntag an.

Berlin (dpa/bb) - Am Samstag des zweiten Adventswochenendes ist es in den beliebten Einkaufsstraßen in Berlin weitgehend ruhig geblieben. Zumindest am Nachmittag hielt sich der Andrang in den Geschäften etwa am Kurfürstendamm in Charlottenburg in Grenzen. Im Kaufhaus des Westens (KaDeWe) hatten die Kunden viel Platz für ihre Weihnachtseinkäufe. Ein dpa-Reporter verglich die Situation mit einem normalen Werktag in Nicht-Corona-Zeiten.

Auch an Ständen auf dem Platz vor der Gedächtniskirche sowie entlang der Tauentzienstraße kauften zwar vereinzelt Menschen gebrannte Mandeln oder Glühwein. Lange Schlangen oder größere Gruppen bildeten sich dort aber nicht. Ein ähnliches Bild ergab sich im Einkaufszentrum am Leipziger Platz, in dem für einen Adventssamstag ebenfalls wenig los war.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, bestätigte die Eindrücke am Nachmittag. Besonders in den zentralen Lagen hätten die Händler für Samstag Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent im Vorjahresvergleich zurückgemeldet. Die Geschäfte seien deutlich leerer gewesen als am vergangenen Wochenende, als Rabattaktionen im Rahmen des "Black Friday" deutlich mehr Kunden in die Läden gelockt hatten.

Viele Menschen nutzten am Samstag dafür das sonnige Wetter für einen Advents-Spaziergang etwa am Paul-Lincke-Ufer entlang des Landwehrkanals in Kreuzberg. Lokale verkauften dort auch "Glühwein to go". Medien hatten in den vergangenen Tagen von "Glühwein-Pulks" berichtet, die sich an solchen Orten trotz Abstandsregeln immer wieder gebildet hätten. Dieser Eindruck bestätigte sich am Samstag zunächst nicht. Eine Ausnahme war ein Lokal an der Forster Straße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite standen am Nachmittag Dutzende Menschen zum Teil dicht beieinander und tranken ihren Glühwein.

Die Polizei kommentierte solche Beobachtungen zunächst nicht. Sie hatte angekündigt, an diesem Wochenende in den beliebten Einkaufsstraßen die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren zu wollen. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt würden abends auch Streifen in belebten Kiezen wie in Kreuzberg und Friedrichshain unterwegs sein, sagte ein Sprecher am Freitag.

Eine Bilanz dieser Kontrollen gab es am Samstag zunächst nicht. Die Ergebnisse würden nicht zentral gemeldet, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Einen Überblick gebe es deshalb nicht.

Abzuwarten bleibt, wie sich die Lage am Sonntag entwickelt. Dieser ist in Berlin der erste von zwei Sonntagen, an denen die Geschäfte öffnen dürfen. Läden und Einkaufscenter können dies von 13.00 bis 18.00 Uhr tun. In der Hauptstadt gilt auf Wochenmärkten und vielen Einkaufsstraßen eine Maskenpflicht.

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