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Berlin & Brandenburg Anti-Gewalt-Maßnahmen im Berliner Fußball: Höhere Strafen

Der leere Rasenfußballplatz des Käthe-Tucholla-Stadions. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Die Schiedsrichter bewerten die Maßnahmen des Berliner Fußball-Verbands gegen Gewalt als ersten wichtigen Schritt. Unter anderem höhere Strafen und die konsequente Anwendung einer Schwarzen Liste sollen abschrecken.

Berlin (dpa/bb) - Drei Wochen nach dem bundesweit beachteten Schiedsrichter-Streik hat der Berliner Fußball-Verband weitere Schritte gegen Gewalt auf Sportplätzen der Hauptstadt beschlossen. Beim Arbeitsverbandstag am Samstag wurde mehrheitlich verabschiedet, dass Gewalttäter in schweren Fällen konsequenter auf eine Schwarze Liste gesetzt werden, das Strafmaß bei Spielsperren erhöht wird und eine Sperre nach Tätlichkeit bis zur Sportgerichtsverhandlung verhängt wird. Das teilte der BFV unter Vorbehalt einer juristischen Prüfung mit.

Zudem soll bei Partien "von aufstiegsberechtigten Herrenmannschaften" vom Heimverein vor Spielbeginn mindestens eine Ansprechperson für den Unparteiischen benannt und dokumentiert werden. Der Schiedsrichterausschuss hatte zuvor beantragt, dass der Heimverein mindestens zwei Platzordner stellen muss, die durch Signalwesten kenntlich gemacht werden. "Die heute getroffenen Entscheidungen sind ein tolles Zeichen für den Berliner Amateurfußball", wurde Jörg Wehling, Präsidialmitglied Schiedsrichter, vom BFV zitiert. "Wir sind dankbar, dass es nun nach vorne geht und ein erster wichtiger Schritt gemacht ist."

Bereits vor der Sitzung hatte das BFV-Präsidium in einem selbst titulierten "Masterplan" unter anderem beschlossen, dass verbindliche Ansprechpartner für Schiedsrichter geschaffen werden sollen. Zudem soll die Vermittlung von Regeln bei Trainern, Betreuern und Zuschauern ausgebaut werden. "Wir haben heute gemeinsam mit den Vereinen sehr konstruktive Gespräche geführt und Mittel gefunden, um ein starkes Zeichen gegen Gewalt auf unseren Fußballplätzen zu setzen", sagte BFV-Präsident Bernd Schultz am Samstag.

Bei mehr als 100 Vorfällen von Gewalt und Diskriminierung in dieser Saison in den Berliner Amateur- und Jugendklassen wurden in über 50 Fällen Referees als Opfer gezählt. Vor knapp drei Wochen hatte sich deshalb der Schiedsrichterausschuss des BFV zu einer Nichtbesetzung aller rund 1500 Spiele entschlossen.

Mitteilung zur Entscheidung des Schiedsrichterausschusses

Mitteilung des BFV auf Facebook

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