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Berlin & Brandenburg Berliner Wasserbetriebe: Beschäftigte beim Warnstreik

Mitarbeiter der Berliner Wasserbetriebe (BWB) haben die Arbeit für einen vierstündigen Warnstreik niedergelegt. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

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Der Arbeitskampf im öffentlichen Dienst führt auch in der Hauptstadt zu Arbeitsniederlegungen. Zunächst gab es Ausstände bei den Wasserbetrieben - nun folgt die Stadtreinigung.

Berlin (dpa/bb) - Hunderte Beschäftigte der Berliner Wasserbetriebe (BWB) haben sich am Freitag an einem vierstündigen Warnstreik beteiligt. An rund einem Dutzend Standorten legten sie am Vormittag die Arbeit nieder und folgten damit dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi, wie ein BWB-Sprecher am Nachmittag sagte. Je nach Größe der Betriebe beteiligten sich demnach jeweils zwischen 20 und 80 Mitarbeiter bei Aktionen vor den einzelnen Standorten, wie die Gewerkschaft am Morgen mitgeteilt hatte. Die Gewerkschaft Verdi hatte im Rahmen der Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst zum Ausstand aufgerufen.

Die Wasserversorgung der Hauptstadt war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Verbraucher hätten die Aktionen höchstens beim eingeschränkten Kundenservice, Labordienstleistungen oder dem Zählerwechsel gemerkt, sagte der Sprecher.

Die BWB haben nach Angaben eines Sprechers rund 4500 Beschäftigte, von denen derzeit allerdings rund die Hälfte im Homeoffice arbeite.

Für Samstag und Montag hat Verdi dann Warnstreiks bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) angekündigt. Kunden der BSR müssten damit rechnen, dass Höfe entweder komplett geschlossen seien oder es bei der Abfertigung zu Verzögerungen komme, hieß es. Am Montag soll es dann bei der Straßenreinigung zu "erheblichen Einschränkungen" in der Hauptstadt kommen, wie die BSR am Freitag mitteilte. Zudem plante Verdi auch Aktionen an den Berliner Krankenhäusern Charité und Vivantes in der kommenden Woche.

In anderen Bundesländern waren Kita-Erzieherinnen, Pflegepersonal aus Krankenhäusern und Angestellte der Sparkasse im Ausstand. Bereits unter der Woche hatte es zahlreiche solcher Aktionen in verschiedenen Bundesländern gegeben.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Am vergangenen Wochenende war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Hinzu kommen am Dienstag bundesweite Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Die Gewerkschaft Verdi rief für diesen Tag zu Arbeitsniederlegungen auf, um einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87 000 Beschäftigte im ÖPNV durchzusetzen, wie sie am Freitag mitteilte. Die Arbeitgeber stünden demnach einer solchen einheitlichen Regelung bislang ablehnend gegenüber.

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