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Berlin & Brandenburg Brandenburg stellt sich auf das Coronavirus ein

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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Die Mundschutzmasken in Apotheken sind ausverkauft, der Wirtschaft bleiben Aufträge weg, im Gesundheitsministerium werden Expertenteams gebildet: Das Coronavirus macht sich in Brandenburg auch ohne Ernstfall deutlich bemerkbar.

Potsdam (dpa/bb) - Obwohl bislang noch kein Coronavirus-Fall in Brandenburg bekannt ist, sind die Auswirkungen im Land bereits zu spüren. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) setzte am Donnerstag einen Einsatzstab zum Coronavirus ein, zudem wurde bekannt, dass einer der Coronavirus-Infizierten aus Nordrhein-Westfalen sich kürzlich im Brandenburger Erlebnisbad Tropical Islands aufgehalten hatte. Auch die Wirtschaft spürt die Auswirkungen der Verbreitung des neuartigen Virus (Sars-CoV-2).

Der Einsatzstab mit Experten aus verschiedenen Referaten des Gesundheitsministeriums soll den Pandemieplan Brandenburgs an das neuartige Virus anpassen. Dieser Plan regelt, wie Kommunen und Kliniken im Falle eines Ausbruchs der Krankheit vorzugehen haben. Außerdem werde die Einsetzung eines Krisenstabes vorbereitet, sagte Nonnemacher am Donnerstag in Potsdam. Dieser soll jedoch erst dann aktiv werden, sobald ein erster Coronavirus-Fall in Brandenburg auftritt.

Nonnemacher teilte weiter mit, dass sich am Wochenende ein Coronavirus-Infizierter aus Nordrhein-Westfalen im Brandenburger Erlebnisbad Tropical Islands aufhielt. Man habe von denm Patienten sehr genau erfahren, mit wem er in Kontakt war, sagte Nonnemacher. "Unsere bisherigen Prüfungen haben ergeben, dass kein erhöhtes Ansteckungsrisiko bestanden hat", berichtete das zuständige Gesundheitsamt Dahme-Spreewald. "Augenblicklich tendiert die Ansteckungsgefahr gegen Null."

Angesichts der Dynamik bei der aktuellen Lage bei Coronavirus-Fällen in Deutschland beantragte der Gesundheitsausschuss im Brandenburger Landtag eine Sondersitzung in der kommenden Woche.

Die regionalen Brandenburger Unternehmen spüren nach Angaben der Industrie - und Handelskammern (IHK) Potsdam und Cottbus bereits Folgen des Virus. Aufträge aus China blieben aus, Lieferketten seien unterbrochen und mit Umsatzeinbußen sei zu rechnen, hieß es von der IHK Potsdam. Gleiches gelte mittlerweile auch im Geschäftsverkehr mit Italien - mit einem Handelsvolumen von mehr als 125 Milliarden Euro der fünftwichtigste Handelspartner Deutschlands.

Die Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) sprach von einer zunehmenden Verunsicherung bei Unternehmen. 30 Prozent der befragten Unternehmen mit Handelsverbindungen nach China befürchteten demnach eine Ausweitung der Problemlage.

Nonnemacher betonte, dass nach aktuellen Erkenntnissen rund 80 Prozent der Coronavirus-Erkrankungen leicht und milde verliefen. Die Bettenkapazität in Brandenburgs Kliniken sei ausreichend. Alle Krankenhäuser mit Notaufnahmen, auch solche in ländlichen Regionen, seien für den Ernstfall vorbereitet und ausgestattet. Das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus führt demnach auch Tests auf das Virus durch.

Unterdessen haben sich in Brandenburg viele Menschen aus Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 mit einem Mundschutz eingedeckt. In den Apotheken sind die Atemmasken mittlerweile landesweit ausverkauft, sagte der Sprecher des Apothekenverbandes Brandenburg, Mathias Braband-Trabandt.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt gute Händehygiene und Abstand zu Erkrankten. Beim Husten und Niesen sollte man Abstand zu anderen halten und sich wegdrehen, ein Taschentuch benutzen oder die Armbeuge vor Mund und Nase halten.

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