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Berlin & Brandenburg Brandenburger Mietwohnungsmarkt: Leerstand und Nachfrage

Gelb und Rot gestrichen sind Häuser neben einem verfallenen Haus. Foto: Ralf Hirschberger/Archivbild

(Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Höhe der Durchschnitts-Warmmiete in einigen Gegenden Brandenburgs klingt in den Ohren vieler Berliner paradiesisch. Doch die Wohnungen sind vor allem fern der Hauptstadtregion zu finden. Und dort nimmt der Leerstand zu.

Potsdam (dpa/bb) - In Brandenburger Städten außerhalb des Metropolenraumes rund um die Hauptstadt steigt der Leerstand für Wohnungen des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) weiter an. "Wir sehen die Entwicklung mit großer Sorge", sagte Maren Kern, BBU-Vorstand, am Mittwoch in Potsdam bei der Jahrespressekonferenz des Unternehmens. Fast 27 000 Wohnungen stünden landesweit leer - das entspreche einer Stadt mit 60 000 Einwohnern wie etwa Frankfurt (Oder). Am höchsten ist nach den Angaben der Leerstand derzeit in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) mit 30,2 Prozent und in Forst (Spree-Neiße) mit 27,8 Prozent. In Wildau (Dahme-Spreewald) und Bernau (Barnim) stehen im Gegensatz nur 0,7 Prozent der Wohnungen leer, in Falkensee (Havelland) 1,9 und in Potsdam 2,7 Prozent.

Die Durchschnittswarmmiete lag Ende vergangenen Jahres für Wohnungen des Verbandes bei 7,50 pro Monat und Quadratmeter - 1,4 Prozent mehr als im Vergleich zu 2017. Die Bruttowarmmiete betrug für eine 60-Quadratmeter-Wohnung bei 374 Euro monatlich in Fürstenberg (Oberhavel), bei 390 Euro monatlich in Elsterwerda (Elbe-Elster) bis zu 510 Euro in Potsdam. In Berlin fallen in Unterkünften des Verbandes etwa 534 Euro monatlich an. Nach den Angaben ist das Wohnen im weiteren Metropolenraum gut 21 Prozent günstiger als in Berlin. In einigen Landesteilen seien die Mieten nicht weiter gestiegen, betonte Kern. Das könne sich langfristig auf weitere Investitionen der Unternehmen für Neubau, Sanierungen und Modernisierungen auswirken.

Der Zuzug von Mietern aus Berlin und anderen Bundesländern, als auch von Rückkehrern sei vorhanden - jedoch nicht so hoch wie erhofft. Es hielte sich meist nur die Waage mit den Wegzüglern, sagte Kern. Wohnungen, die niemand haben wolle, müssten vom Markt genommen werden: seit 2002 haben die Unternehmen bis zu rund 38 Prozent des Bestandes abgerissen.

Für Diskussionen um Mietendeckel, Wohnungsnot und Mietenexplosion gebe es in Brandenburg keinen Grund, sagte BBU-Vorstand Kern. Vom Land wurde aber gefordert, weiter eigene Förderprogramme aufzulegen, um der Ungleichentwicklung zu begegnen. Die Wohnraumförderung des Landes müsse so ausgebaut werden, dass Wohnungsunternehmen in besonders benachteiligten Regionen beim Rückbau und Abriss von nicht mehr gefragtem Wohnraum und der Schuldenentlastung unterstützt werden, sagte Kern.

In diesem Jahr planen die Mitglieder Investitionen in Höhe von 761 Millionen Euro. Im Vorjahr wurden 906 Wohnungen fertiggestellt, in diesem Jahr sollen es 1270 werden.

Der BBU hat in Brandenburg 203 Mitgliedsunternehmen, die über etwa die Hälfte des Wohnungsbestandes im Land verfügen.

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