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Berlin & Brandenburg CDU-Chef Stübgen traut Laschet das Kanzleramt zu

Michael Stübgen (CDU), Innenminister. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Schon vor der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden hatte sich Brandenburgs Landeschef Stübgen für Armin Laschet ausgesprochen. Nun ist dieser neuer Parteichef. Im Bundesvorstand ist Brandenburg jetzt außerdem mit einem gewählten Mitglied vertreten.

Berlin/Potsdam (dpa/bb) - Für Brandenburgs CDU-Vorsitzenden Michael Stübgen hat der neue CDU-Chef Armin Laschet auch das Zeug für das Kanzleramt. "Ich traue ihm auf jeden Fall Kanzler zu", sagte Stübgen am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Natürlich ist theoretisch möglich, dass auch die CSU in Person von Markus Söder einen Anspruch anmeldet. Wenn das so ist, dann werden wir das so klären, dass das der Beste machen kann." Das sei für ihn Laschet: "Ich unterstütze Armin Laschet. Für mich ist damit verbunden, dass er das Zeug hat, Kanzlerkandidat zu werden."

Stübgen hatte sich schon vor der Wahl für Laschet ausgesprochen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident setzte sich am Samstag bei der Wahl des CDU-Chefs auf dem digitalen Parteitag im zweiten Durchgang gegen Ex-Unions-Fraktionschef Friedrich Merz durch. Die Entscheidung muss noch formal per Briefwahl bestätigt werden. Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann ist erstmals im Bundesvorstand der CDU vertreten. Der 41-Jährige erhielt 624 Stimmen, das entspricht laut CDU einer Zustimmung von 64,6 Prozent.

Stübgen, der auch brandenburgischer Innenminister ist, forderte Geschlossenheit: "Für uns wird jetzt entscheidend sein, dass wirklich die Partei hinter einem gewählten Vorsitzenden steht", sagte er. Der CDU-Landeschef unterstützt, dass Laschet den Mitte-Kurs von CDU-Kanzlerin Angela Merkel grundsätzlich fortsetzen will. "Ich halte es für völlig richtig, am grundsätzlichen Kurs von Angela Merkel festzuhalten."

Das sei erfolgreich für Deutschland, Europa und die CDU gewesen. Merkel habe viel in der Partei verändert wie den Stellenwert des Klimaschutzes. Kein Lager in der CDU ist aus seiner Sicht unterlegen: Es gebe einen starken Wirtschafts- und einen starken Sozialflügel. Die Bundestags- und Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig sagte, die Union könne sich mit Laschet und Söder zwischen "zwei hervorragenden Kandidaten für die Kanzlerschaft" entscheiden.

Brandenburgs SPD-Generalsekretär Erik Stohn sieht in der Wahl zum neuen CDU-Chef angesichts des Ergebnisses "kein Zeichen von Geschlossenheit". Grünen-Chefin Julia Schmidt sagte, die neue CDU-Führung müsse nun definieren, wofür sie inhaltlich stehen wolle.

Das neue Bundesvorstandsmitglied Redmann schrieb bei Twitter: "Freue mich, im Team unter Führung von Armin Laschet am gemeinsamen Erfolg mitwirken zu dürfen. Auf geht's!" In einem Vorstellungsvideo hatte Redmann gesagt, ihn erfülle es mit großer Sorge, dass Extremisten aller Art versuchten, das Erbe der deutschen Einheit zu missbrauchen. "Ich möchte, dass wir, dass die CDU die Partei der Einheit bleibt." Grünen-Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher gratulierte ihm bei Twitter. "Möge er dort Brandenburg gut vertreten."

Auch die Landesvorsitzende der Frauen-Union, die Landtagsabgeordnete Kristy Augustin, hatte sich beworben. Sie verfehlte aber den Einzug in den Bundesvorstand der CDU. In der vorherigen Bundesspitze stellte Brandenburg kein gewähltes Mitglied. Stübgen ist als Landeschef beratender Teilnehmer des Parteivorstands.

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