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Berlin & Brandenburg Corona-Krise macht's möglich: Deutlich weniger Straftaten

Ein Blaulicht der Polizei leuchtet auf. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

(Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB)

Auch Einbrechern macht die Corona-Krise zu schaffen. Da viele Berliner derzeit zu Hause sind, gibt es weniger Gelegenheiten für Einbrüche. Fällt die Bilanz auch in anderen Bereichen so positiv aus?

Berlin (dpa/bb) - Gute Zeiten für die Sicherheit in Berlin, schlechte Zeiten für Kriminelle: In der Corona-Krise wurden allein in der vergangenen Woche knapp 61 Prozent weniger Taschendiebstähle gegenüber dem Vorjahreszeitraum registriert, Wohnungseinbrüche gingen um fast 65 Prozent zurück, wie die Polizei am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Auch der Diebstahl von Autos sank drastisch (minus 76,8 Prozent).

Insgesamt wurden in der vergangenen Woche laut Polizei 6590 Straftaten erfasst, das waren gegenüber der gleichen Woche im Jahr 2019 rund 18 Prozent weniger. Auch bei Sexualstraftaten gibt es nach den Angaben der Behörde einen deutlichen Rückgang: Wurden in der Vorwoche 51 Fälle angezeigt, waren es in Vergleichswoche des Vorjahres 33 mehr (minus rund 39 Prozent).

Bei Diebstahl lag die Zahl der erfassten Fälle in der Vorwoche bei knapp 2500 - ein Rückgang um mehr als 26 Prozent. So wurden rund 28 Prozent weniger Fahrräder gestohlen und bei Autos gingen die Diebstähle um knapp 77 Prozent zurück.

In der RBB-Abendschau (Dienstag) hatte Polizeipräsidentin Barbara Slowik gesagt, es gebe aber auch Bereiche, in denen die Zahl der Delikte gestiegen sei, etwa bei Kellereinbrüchen. Mancher stelle erst jetzt fest, dass schon vor längerer Zeit eingebrochen wurde. Es würden überdies mehr Brandstiftungen beobachtet. "Menschenleere Straßen machen Gelegenheiten", sagte die Polizeipräsidentin.

Die Polizei beobachte außerdem, dass sich mit den Kontaktbeschränkungen der sogenannte Enkeltrick in einen "Sohn-Tochter-Trick" wandele: Ältere Menschen bekommen demzufolge laut Slowik die Mitteilung, dass ihre Kinder, die sie längere Zeit nicht gesehen haben, im Krankenhaus lägen - dann werde Geld verlangt.

Auf den Straßen sei die Polizei derzeit "sehr präsent", berichtete Slowik. Gerade "Dominanzverhalten und Straftaten bei arabischen Clans" seien verstärkt im Blick. Maßnahmen wie etwa Geschwindigkeitskontrollen seien verdreifacht worden.

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