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Berlin & Brandenburg Corona-Pandemie: Jugendweihen und Konfirmationen verschoben

Jugendliche halten Rosen in den Händen. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Initiationsrituale ins Erwachsenenleben oder das Dasein als mündiger Christ: Kirchliche und säkulare Feiern für Jugendliche sollten eigentlich jetzt beginnen. Wegen der Corona-Pandemie muss aber auch hier umgeplant werden.

Potsdam (dpa/bb) - Kirchliche und weltliche Rituale sind für viele Jugendliche ein wichtiger Schritt auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben. In diesem Jahr müssen Teenager in Brandenburg wegen der Corona-Pandemie aber länger auf diese Feiern warten. Viele Jugendweihen, Konfirmationen, Kommunionen und Firmungen, die oft im Frühling und Frühsommer gefeiert werden, wurden verschoben. Die Vereine und Kirchen setzen für die Vorbereitungen und den Kontakt zu den Jugendlichen auf digitale Kommunikation.

Die Verschiebungen seien für die mehreren Tausend Konfirmandinnen und Konfirmanden eine "herbe Enttäuschung", sagte Pröpstin Christina-Maria Bammel von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Die Familien zeigten jedoch großes Verständnis, "weil auch sie interessiert sind, Risiken von besonders gefährdeten Familienmitgliedern bei Familienfesten zu vermeiden", sagte Pfarrer Jeremias Treu, der für die Konfirmandenarbeit in der Landeskirche zuständig ist.

Die evangelischen Gemeinden entscheiden selbstständig über eine Verschiebung der Konfirmationstermine, wie eine Sprecherin mitteilte. Viele setzen demnach auf einen Termin nach den Sommerferien, um den Familien beim Planen zu helfen. Andere Gemeinden warten ab, wie die Situation nach dem Ende der Osterferien vom Land eingeschätzt wird.

Dem Jugendweihe-Verein Berlin/Brandenburg ist es wichtig, dass alle Familien dort feiern können, wo sie es ursprünglich geplant hatten. Für erste Feiern wurden schon Ersatztermine im Frühjahr 2021 gefunden, wie Geschäftsführer Felix Fischeder erklärte. Man schließe aber derzeit noch nicht aus, dass auch Termine in den Herbst verschoben werden können.

1760 Jugendliche sind in ganz Brandenburg zu den Weihen angemeldet, bislang gab es nach Angaben des Vereins keine Stornierungen wegen Corona. Die ersten Feiern waren ursprünglich am ersten Mai-Wochenende in Wildau geplant - mit insgesamt 800 Gästen. 100 Jugendliche sollten in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werden. Wann das nachgeholt werden kann, war zunächst noch unklar.

Die katholische Kirche in Brandenburg sagte die Erstkommunions- und Firmungsfeiern zunächst bis Ende Mai ab, wie ein Sprecher des Erzbistums Berlin sagte. Wegen des Kontaktverbots durch die Pandemie konnten auch die Vorbereitungen auf die Feiern in Kleingruppen, die sich regelmäßig treffen, nicht wie gewohnt stattfinden. Die katholische Kirche entschied sich auch deshalb, die Feiern frühzeitig abzusagen - damit die Eltern nicht unter Druck stehen, ihre Kinder trotzdem zu den Kursen zu schicken.

Die Vorbereitungen zur evangelischen Konfirmation wurden teilweise ins Internet verlagert, wie Pfarrer Jeremias Treu erklärte. Chatgruppen, Instagram oder Video-Konferenzen wurden dazu eingesetzt. Freizeiten, Gemeindeprojekte oder Vorstellungsgottesdienste der Konfirmandinnen und Konfirmanden mussten jedoch abgesagt werden. "Diese wichtige Form von Gemeinschaft fehlt jetzt sehr", sagte Pröpstin Christina-Maria Bammel.

Der Jugendweihe-Verein ruft seit zwei Wochen unter dem Motto #WIRsindJugendweihe auf sozialen Medien zu Zusammenhalt und gemeinsamem Vertrauen auf. "Mit aktuellen Videobotschaften, Fotos aus vergangenen Tagen und Postings zu Zukunftsvisionen wollen wir in Zeiten des Social Distancing virtuell zusammenrücken", sagte Geschäftsführer Fischeder.

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