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Berlin & Brandenburg Cyberangriff: Behörden in drei Städten Brandenburgs offline

Die beleuchtete Tastatur eines Laptops spiegelt sich im Bildschirm. Foto: Silas Stein/dpa/Archiv

(Foto: Silas Stein/dpa/Archiv)

Die Verbindung zum Internet ist abgeschaltet, Anträge sind nur per Post möglich: Seit Tagen ist der Bürgerservice der Potsdamer Stadtverwaltung erheblich eingeschränkt und eine Entwarnung noch nicht in Sicht. Nun ist eine weitere Stadt betroffen.

Potsdam/Brandenburg (dpa/bb) - Mehrere Tage nach einer mutmaßlichen Cyberattacke bleibt die Potsdamer Stadtverwaltung zum Beginn des Wochenendes weiter offline. Im Rathaus der Landeshauptstadt war am Mittwochabend die Kommunikation nach innen und außen abgeschaltet worden, Telefon und Zugänge über Facebook und Twitter funktionierten jedoch. "Das Team von IT-Spezialisten arbeitet weiter intensiv und mit externer Unterstützung daran, die Fehler zu beheben", erklärte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Das gelte auch für das Wochenende.

Unterdessen berichtete auch die Stadt Brandenburg am Freitag von einem möglichen Cyberangriff. In der von zahlreichen Behörden benutzten Systemsoftware Citrix sei eine kritische Systemschwachstelle zu Tage getreten, teilte Sprecher Jan Penkawa mit. Teile davon seien vom Netz genommen worden. Betroffen waren den Angaben zufolge unter anderem Schulsekretariate, Jobcenter und Homeoffice-Zugänge.

In Potsdam war nach dem Abschalten der Internetverbindung der Bürgerservice am Freitag noch immer nur eingeschränkt nutzbar. Aus diesem Grund sei es nötig, dass die Bürger alle Anträge schriftlich auf dem Postweg bei der Verwaltung einreichten, hieß es. Schubert erklärte, die Feuerwehr der Stadt sei dennoch "zu 100 Prozent arbeitsfähig". Außerdem betonte er: "Wir können alle Auszahlungen beispielsweise an Sozialhilfe- und Wohngeldempfänger, Jugendhilfeträger oder für Honorare der Volkshochschullehrer gewährleisten, ebenso für die Mitarbeitenden der Verwaltung."

In den Tagen vor der Abschaltung waren der Stadt zufolge in zentralen Netzzugängen zahlreiche Ungereimtheiten festgestellt worden. Hintergrund sei eine Schwachstelle im System eines externen Anbieters. Darüber sei von extern versucht worden, unautorisiert Daten der Landeshauptstadt abzurufen oder Schadsoftware zu installieren. Die Stadt hat Strafanzeige gegen unbekannt gestellt.

Am Donnerstag war auch die Gemeindeverwaltung Stahnsdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark) vom Netz gegangen. Aus Sicherheitsgründen habe sie die Verbindung zum Landesverwaltungsnetz (LVN) abgeschaltet, hieß es auf der Internetseite. Die Kommunikation mit anderen Behörden sei nur stark eingeschränkt oder gar nicht möglich.

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