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Berlin & Brandenburg Ehefrau erstochen: Angeklagter kündigt Aussage an

Staatsanwaltschaft und Landgericht Berlin. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Archivbild

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Berlin (dpa/bb) - Nach dem tödlichen Messerangriff gegen seine von ihm getrennt lebende Ehefrau steht ein 37-Jähriger wegen Mordes vor dem Berliner Landgericht. Er soll der 29 Jahre alten Frau im Dezember 2019 im Eingangsbereich ihres Wohnhauses im Stadtteil Spandau aufgelauert, sie in den Hausflur gedrängt und dort mehrfach auf die zweifache Mutter eingestochen haben. Der Verteidiger kündigte für den Angeklagten zu Prozessbeginn am Dienstag an, dass er sich zu einem späteren Zeitpunkt zu den Vorwürfen äußern werde.

Die aus dem Irak stammenden Eheleute lebten laut Ermittlungen seit Wochen getrennt, als es zum Angriff kam. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt habe - "aus Wut und Enttäuschung darüber, dass sich die Frau mit den beiden gemeinsamen minderjährigen Kindern endgültig von ihm abgewendet und per Beschluss des Familiengerichts seine Wegweisung aus der gemeinsamen Wohnung veranlasst hatte", heißt es in der Anklage.

Rettungskräfte und Polizei waren in die Heerstraße gerufen worden, nachdem Anwohner am frühen Nachmittag die verletzte Frau gefunden hatten. Vier Stiche in Hals, Brust und Oberschenkel habe sie erlitten, so die Anklage. Sie starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Der Angeklagte sei nach der Messerattacke bei der Polizei erschienen und habe erklärt, dass er seine Frau erschlagen habe, schilderte ein Polizist als Zeuge. Damals habe der Angeklagte ausgesagt, er habe sie kurz vor der Tat mit einem anderen Mann aus dem Kindergarten kommen sehen. Er sei zu ihrer Wohnung vorgefahren, sei ihr dann ins Haus gefolgt und habe sie angegriffen. In einer Art Selbstgespräch habe er geäußert, sie sei schuld - "sie wollte nicht hören". Der Prozess wird am 3. Juni fortgesetzt.

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