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Berlin & Brandenburg Erneute Razzia gegen vietnamesische Schleuserbande in Berlin

(Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Symbolbild)

Berlin (dpa/bb) - Eine Woche nach einer großen Razzia gegen eine deutsch-vietnamesische Schleuserbande hat die Polizei weitere Wohnungen in Berlin und anderen Bundesländern durchsucht. Dabei beschlagnahmte sie am Dienstag erneut Beweise, Computer, Handys, Unterlagen zu Scheinehen und Vaterschaftsanerkennungen sowie 50.000 Euro Bargeld, wie die Bundespolizei mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft erklärte: "Ziel ist es, weiteres Beweismaterial gegen die mutmaßliche Schleuserbande zu sichern." Beschuldigt seien Frauen und Männer im Alter von 25 bis 28 Jahren, die verdächtig seien, Scheinehen eingegangen zu sein oder falsche Vaterschaften anerkannt zu haben. Damit wollen sie Aufenthaltsgenehmigungen erhalten.

Zwölf Wohnungen in den Berliner Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Treptow-Köpenick und Tempelhof-Schöneberg wurden durchsucht. Außerdem zwei Wohnungen in Rostock, jeweils eine in Bad Saarow und Werneuchen (Brandenburg) sowie Räume in Düsseldorf. Beteiligt waren neben der Bundespolizei die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft Berlin.

Die Schleuserbande soll in großem Stil Vietnamesen eingeschleust und falsche Vaterschaftsanerkennungen deutscher Männer für Aufenthaltsgenehmigungen vietnamesischer Frauen organisiert haben. Dabei erkennen deutsche Männer Vaterschaften bei schwangeren Vietnamesinnen an und bekommen dafür Geld. Das Kind erhält nach der Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft, die Mutter kann in Deutschland bleiben.

Die Bundespolizei sprach von mindestens 80 nachweisbaren Fällen eingeschleuster Menschen. Die Schleuserbande soll 1,57 Millionen Euro eingenommen und 700.000 Euro Gewinn erzielt haben. Vor einer Woche hatte die Polizei 13 Wohnungen und Geschäfte durchsucht und den 65-jährigen mutmaßlichen Kopf der Bande verhaftet.

© dpa-infocom, dpa:210921-99-303421/2

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