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Berlin & Brandenburg Ex-Freundin aus Rache erstochen? 33-Jähriger angeklagt

Der Eingang des Kriminalgerichts in Moabit. Foto: Britta Pedersen/Archivbild

(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Berlin (dpa/bb) - Weil er seine ehemalige Lebensgefährtin aus Rache für die Trennung erstochen haben soll, steht ein 33-Jähriger wegen Mordes vor dem Berliner Landgericht. Der Mann habe der 32 Jahre alten Frau im Dezember 2018 vor dem Wohnhaus ihrer Schwester in Berlin-Zehlendorf aufgelauert und sie mit einem Messer attackiert, heißt es in der am Mittwoch zu Prozessbeginn verlesenen Anklage. "Er beging die Tat, weil die Geschädigte aus seiner Sicht mit dem Tod bestraft werden musste". Ob der Mann aussagen wird, blieb zunächst offen.

Die 32-Jährige war auf dem Weg zur Arbeit, als sie angegriffen wurde. Ihr ehemaliger Freund habe ihre Wehrlosigkeit ausgenutzt, so die Anklage. "Aus der Dunkelheit tretend stach er unvermittelt mit einem Steakmesser auf sie ein." Der 33-Jährige sei der Auffassung gewesen, die Frau habe mit der Trennung sein Vertrauen missbraucht und sein Leben kaputt gemacht. Sie verstarb wenige Minuten nach dem Angriff.

Die Frau hatte sich den Ermittlungen zufolge etwa zwei Monate vor dem Verbrechen von dem 33-jährigen Deutschen getrennt. Danach habe er der Frau nachgestellt. Wegen wiederholter und von ihr nicht gewollter Kontaktversuche habe sie mehrfach Strafanzeige erstattet. Im Oktober 2018 sei ihm per einstweiliger Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz eine Annäherung verboten worden. Weil er die Frau dennoch stalkte, habe die Polizei zudem sogenannte Gefährderansprachen durchgeführt.

Der Angeklagte hatte sich einige Stunden nach der Tat gestellt. Bei der Polizei habe er gestanden, hieß es am Rande der Verhandlung. Die Mutter und die Schwester der Getöteten sind als Nebenklägerinnen am Prozess beteiligt. Die Verhandlung wird am 13. August fortgesetzt.

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