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Berlin & Brandenburg Experten warnen vor übereiltem Start des "Kita-Checks"

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Potsdam (dpa/bb) - Vor einer übereilten Einführung eines "Kita-Checks" in Brandenburg haben mehrere Experten bei einem Fachgespräch im Bildungsausschuss des Landtages gewarnt. Dabei wurde am Donnerstag das Vorhaben des Bildungsministeriums kritisiert, ein Qualitätsmanagement im kommenden Jahr zu starten, bevor sich die Verbände der Wohlfahrtspflege und Träger der Kindertagesstätten auf gemeinsame Maßstäbe für eine gute pädagogische Arbeit in der frühkindlichen Erziehung geeinigt haben.

Stefan Faas von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd sagte, viele Studien zeigten, dass die Ermittlung der Qualität von Bildung, Erziehung und Betreuung in den Kitas verschiedene Kriterien und Perspektiven aufnehmen müsse. Dabei gebühre der Sicht der Kinder und der Eltern sowie der Entwicklungsförderung Priorität. Das gelte auch für die weitere Entwicklung der Kinder. "Wenn Kinder elementare sprachliche Kompetenzen zum Schulbeginn nicht haben, hat das in der Regel Folgen für die gesamte Bildungsentwicklung."

Gerlinde Große von der Fachhochschule Potsdam ergänzte, um zu gemeinsamen Kriterien für Qualitätsstandards in den Kitas zu kommen, müssten die Grundsätze der elementaren Bildung überarbeitet werden. Erst dann sollten die bestehenden Instrumente der verschiedenen Prüfsysteme angepasst und von einem unabhängigen Institut zertifiziert werden. "Das geht nur gut im Austausch und im gemeinsamen Diskurs und nie von oben herab."

Auch Friederike Pankoke von der Landesarbeitsgemeinschaft Praxisberatung kritisierte die bisherige Linie des Bildungsministeriums, das bereits an der europaweiten Ausschreibung für den "Kita-Check" arbeitet. "Entgegen unserer bisherigen Erfahrungen ist ein Prozess initiiert worden, der das Pferd von hinten aufzäumt und ohne Einbeziehung der Praxis losgetreten wurde."

Susanne Przybilla vom Diakonischen Werk forderte, vor einer verpflichtenden Überprüfung der Kindertagespflege müsse eine landesweite Debatte über die Qualitätsentwicklung bei den einzelnen Einrichtungen und ihren Trägern in Gang kommen. In einem landesweit gültigen Qualitätsrahmen müsse dann beschrieben werden, was die Kitas alles zu erfüllen hätten, um gute Arbeit zu leisten.

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