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Finanzierung nicht realisierbar Genossenschaften ziehen sich wegen Berliner Mietendeckel aus Bau zurück

Kräne stehen auf einer Baustelle für mehrstöckike Wohnhäuser. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

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Berlin (dpa/bb) - Mit Berufung auf die erwarteten Folgen des Mietendeckels zieht sich der Beamten-Wohnungs-Verein (BWV) zu Köpenick aus einem Bauprojekt zurück.

Zusammen mit einer Genossenschaft aus Steglitz hat der BWV die weitere Teilnahme an der geplanten Bebauung der Buckower Felder im Bezirk Neukölln abgesagt. Da das notwendige Eigenkapital beim BWV ausschließlich aus Mieteinnahmen stamme, sei die Finanzierung des Bauvorhabens mit rund 120 Wohnungen wegen der Einführung des Mietendeckel-Gesetzes nicht mehr realisierbar, teilte die Genossenschaft am Dienstag mit.

"Nach internen Berechnungen werden dem BWV in den nächsten fünf Jahren durch die Einführung des Mietendeckels 6,5 Millionen Euro Mieteinnahmen und damit Eigenmittel fehlen", heißt es in der Mitteilung. "Die Genossenschaft bedauert, dass durch den Mietendeckel das Projekt Buckower Felder nicht von uns umgesetzt werden kann."

Christian Gräff, Sprecher für Bauen und Wohnen der CDU-Fraktion Berlin, erklärte dazu am Dienstag, der sogenannte Mietendeckel erweise sich wie erwartet leider als Neubaubremse. "Wenn jetzt ausgerechnet gemeinnützige Wohnungsbau-Genossenschaften Neubauvorhaben stoppen, dann bestätigt das alle Warnungen vor dem Preisstopp, die der rot-rot-grüne Senat jedoch ignoriert."

Kritik kam auch von der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus: "Wenn der rot-rot-grüne Senat etwas richtig kann, dann das Vergraulen der Wohnungsbaugenossenschaften. Gerade diejenigen, die preiswertes Wohnen ermöglichen und solide wirtschaften, werden in den Senkel gestellt", so Stefan Förster, Sprecher für Bauen und Wohnen.

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