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Berlin & Brandenburg Hilfsorganisationen fordern mehr Plätze in Frauenhäusern

Eine Frau sitzt in einem Frauenhaus auf einem Bett. Foto: Maja Hitij/dpa/Symbolbild

(Foto: Maja Hitij/dpa/Symbolbild)

Potsdam (dpa/bb) - Hilfsorganisationen haben deutlich mehr Plätze in Brandenburgs Frauenhäusern gefordert. "Noch immer haben wir in Brandenburg nur halb so viele Plätze für von Gewalt betroffene Frauen wie in der Istanbul Konvention vorgeschrieben", kritisierte Catrin Seeger, Leiterin des Frauenhauses Rathenow und Vorstandsfrau des Netzwerkes der brandenburgischen Frauenhäuser am Dienstag.

Laut der Konvention seien in Brandenburg entsprechend der Bevölkerungszahl 251 Familienplätze erforderlich. Bislang stünden in 22 Frauenhäusern und zwei Schutzwohnungen 127 Plätze bereit. Aus Sicht des Netzwerkes reichen die bereitstehenden Mittel nicht für weitere. Die Forderung nach mehr Plätzen richtet sich an das Land. Es gibt den Kommunen Geld, die dann die Voraussetzungen für Plätze schaffen.

Am Mittwoch ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Mit verschiedenen Aktionen landesweit soll auf das Problem aufmerksam gemacht werden.

"Die soziale Isolation, die für viele mit den Corona-Eindämmungsmaßnahmen verbunden ist, verschärft die häusliche Gewalt gegen Frauen", teilte die Organisation mit. Von März bis Juli habe die Polizei in Brandenburg 1840 Fälle häuslicher Gewalt registriert - das seien 22 Prozent (332 Fälle) mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Dunkelziffer, so vermuten die Helfenden, sei noch viel höher.

Das Team der Frauenschutzwohnung Märkisch-Oderland trägt die Gewalterfahrung von Schutzsuchenden nach Angaben des Kreises wie folgt zusammen: "Mit der geballten Faust, einem würgenden Griff oder auch einem gezielten Schlag mit der flachen Hand wird klargestellt, wer die Regeln aufstellt und was passiert, wenn sie nicht befolgt werden." Psychische Gewalt habe für die Frauen schwerste Folgen. Sie sei existenzbedrohend und zerstörend, mache schwer krank. Depressionen oder organische Krankheiten könnten die Folge sein, bis hin zum Tod, so die Helfer.

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