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Berlin & Brandenburg Historiker: Flusspferd Knautschke war wohl kein Berliner

Der Historiker Clemens Maier-Wolthausen. Foto: Gregor Fischer/Archivbild

(Foto: Gregor Fischer/dpa)

Berlin (dpa/bb) - Flusspferd Knautschke, früherer Publikumsliebling im Berliner Zoo, war laut einem Medienbericht wohl kein Berliner. "Es deutet vieles darauf hin, dass Knautschke nicht nur kein Berliner ist, sondern, was vielleicht viele Berlinerinnen und Berliner schmerzen wird: Es könnte sein, dass er ein Bayer ist", sagte der Historiker Clemens Maier-Wolthausen dem Sender rbbKultur. "Selbst wenn er nicht in unserer Stadt geboren sein sollte, bleibt er für uns ein echter Berliner", teilte eine Zoo-Sprecherin auf Anfrage mit.

Der Experte, der die Zoo-Geschichte im Auftrag der Einrichtung aufarbeitet, hat nach Senderangaben in der sehr detaillierten Kartei der Berliner Zootiere in der fraglichen Zeit keine Hinweise auf die Geburt eines Flusspferdmännchens gefunden. Allerdings sei für Oktober 1942 der Transport eines jungen Flusspferdes namens Max aus dem Tierpark Hellabrunn in München verzeichnet. Es ist nach Angaben des Historikers sehr naheliegend, dass es sich dabei um Knautschke handelte.

Knautschkes Bekanntheit ging vor allem darauf zurück, dass er als eines von wenigen Berliner Zoo-Tieren die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg überlebte. So wurde er für viele Berliner zu einem Symbol. Die Angaben von Ex-Zoodirektoren zu Details seien aber widersprüchlich, sagte Maier-Wolthausen. Es sei unklar, wie es zu der Behauptung kam, Knautschke sei Berliner. Vermutlich hätten die damaligen Direktoren "um den emotionalen Wert" Knautschkes gewusst. Der Flusspferdbulle starb 1988, im Zoo erinnert eine Bronzeplastik an ihn.

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