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Berlin & Brandenburg Höchststand bei neuen Corona-Fällen und Inzidenz im Land

Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/)

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt immer weiter in Brandenburg. In vielen Landkreisen gelten nächtliche Ausgangsbeschränkungen, andere nähern sich den kritischen Werten.

Potsdam (dpa/bb) - Die Corona-Werte klettern rasant in die Höhe: In Brandenburg haben die Zahl neuer Corona-Fälle und die Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb eines Tages Höchststände erreicht. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl neuer Infektionen am Freitag mit 6223 an, am Donnerstag waren 5540 gemeldet worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz schnellte innerhalb eines Tages auf 927,6 - ein neuer Höchststand der Ansteckungen innerhalb einer Woche bei 100 000 Einwohnern. Am Donnerstag war ein Wert von 788,9 berechnet worden. Brandenburg liegt damit weiter deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 706,3 neuen Ansteckungen, aber hinter Berlin (1258,3). Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Montag mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) über weitere Maßnahmen in der Pandemie beraten.

In Potsdam stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 1414,5. Im Landkreis Teltow-Fläming erreichte sie 1263,2 und in Dahme-Spreewald 1126,3. Einen Wert über 1000 haben bereits die Landkreise Uckermark, Potsdam-Mittelmark, Oder-Spree, Märkisch-Oderland und Dahme-Spreewald.

Derzeit liegen 419 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus, davon 102 auf Intensivstationen. Der Anteil der Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 3,32: Die Ampel zeigt Gelb, nachdem der Schwellenwert 3 überschritten wurde. Gelb zeigt die Ampel auch beim Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten (13,4). Ab einem Wert über 30 wird mit Rot gewarnt.

Besonders hohe Sieben-Tage-Inzidenzen gibt es bei Kindern. Der Landeselternrat warf dem Bildungsministerium vor, viel zu spät auf die Omikron-Welle reagiert zu haben. Drei Tests pro Woche reichten nicht aus, das zeigten die hohen Infektionszahlen, sagte Sprecher René Mertens der Deutschen Presse-Agentur. "Die täglichen Tests, die wir schon im November gefordert haben und die nach den Winterferien kommen sollen, kommen zu spät. Wir laufen nur halbgeschützt in die vierte Welle", warnte er. Das Bildungsministerium plant, dass Schülerinnen und Schüler voraussichtlich ab Mitte Februar fünfmal pro Woche getestet werden sollen, und verweist darauf, dass die Tests zunächst geordert werden mussten.

Ab 7. Februar gilt zudem eine Testpflicht für Kinder im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung in Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen. Die Träger sollen die Antigen-Schnelltests den Eltern kostenlos zur Verfügung stellen.

Innerhalb einer Woche hat sich in Brandenburg die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit positivem Corona-Test mehr als verdoppelt. In dieser Woche seien bis Donnerstag (20. Januar) 6969 Schüler positiv getestet worden, das entspreche einem Anteil von 2,3 Prozent, teilte das Bildungsministerium am Freitag in Potsdam mit. In der Woche zuvor waren es noch 3289 Schülerinnen und Schüler mit einem Positivtest (1,1 Prozent).

Das Land hat angekündigt, rund 550 000 FFP2-Masken an Menschen mit geringem Einkommen sowie Obdachlose zu verteilen. Darauf haben sich Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) und Finanzministerin Katrin Lange (SPD) verständigt.

Hintergrund ist die Ausweitung der FFP2-Maskenpflicht mit der geänderten SARS-Cov-2-Eindämmungsverordnung. So gilt seit 17. Januar die FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr. Auch bei Besuchen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern müssen sie getragen werden. Die Masken aus der Landesreserve, die derzeit noch vom Zentraldienst der Polizei des Landes Brandenburg verwaltet werden, sollen über Tafeln, Mehrgenerationenhäuser und Familienzentren die Betroffenen verteilt werden.

Quelle: dpa

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