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Berlin & Brandenburg IHK: Viele Betriebe bilden weniger viel aus als geplant

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Berlin (dpa/bb) - Die Suche nach einem Ausbildungsplatz in Berlin könnte in diesem Sommer durch die Folgen der Corona-Krise schwieriger werden. Zwar wollen die meisten Ausbildungsbetriebe weiter ausbilden, aber oftmals weniger als geplant, wie eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigt, an der sich rund 900 Berliner Unternehmen beteiligten. Rund ein Fünftel dieser Betriebe kann danach aufgrund der unsicheren Geschäftsaussichten noch nicht abschätzen, ob sie in diesem Jahr überhaupt neue Azubis einstellen.

Wie stark die Auswirkungen der Corona-Krise mit Blick auf die Ausbildungsmöglichkeiten sind, hängt allerdings stark von der jeweiligen Branche ab. So gaben 97 Prozent der beteiligten Industriebetriebe an, am geplanten Ausbildungsangebot festhalten zu wollen, bei Banken und Versicherungen sind es 94 Prozent, im Bereich Baugewerbe/Immobilien 92, im Einzelhandel 86 Prozent, bei Unternehmen aus dem Bereich Freizeit, Tourismus und Gastgewerbe dagegen nur 42 Prozent. Derzeit sind der IHK zufolge in Berlin noch mehrere tausend Ausbildungsplätze nicht besetzt.

"Betriebe, die nicht wissen, ob und wie sie diese Krise überleben, können auch nicht ausbilden. Andere Unternehmen wollen weiter ausbilden, benötigen aber krisenbedingt Unterstützung", so IHK-Präsidentin Beatrice Kramm. Dafür kommen nach Einschätzung der IHK zum Beispiel ein schnellerer Anspruch auf Kurzarbeitergeld für Azubis infrage, eine befristete Unterstützung zur Fortzahlung der Ausbildungsvergütung und Auffangmöglichkeiten für Azubis in anderen Betrieben. Hilfreich wäre auch ein flexibler Ausbildungsstart.

Schwierig ist derzeit nach Ansicht der Kammer, künftige Azubis überhaupt zu erreichen. Ausbildungsbörsen seien wegen der Corona-Krise abgesagt worden, Berufsberatung und Vermittlung müsse ohne persönlichen Austausch auskommen.

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