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Berlin & Brandenburg Impfbereitschaft nimmt ab: Brandenburg startet Werbekampagne

Michael Ranft, Staatssekretär für Soziales, Gesunheit und Integration in Brandenburg. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Potsdam (dpa/bb) - Die Brandenburger Landesregierung hat eine schwächer werdende Impfbereitschaft unter der Bevölkerung ausgemacht und will mit einer Werbekampagne gegensteuern. Sie soll an diesem Freitag starten, wie Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch mitteilte. Landesweite Plakataktionen, Filme, aber auch Online-Werbung und Radiospots sollen dafür sorgen, dass noch mehr Menschen ein Impfangebot wahrnehmen.

Die Kampagne werde flankierend zur Bundeskampagne stattfinden, sagte Ranft. "Wir wollen als Landesregierung den Menschen zeigen, dass die Impfung uns allen ein weitgehend normales Leben ermöglicht, ein angstfreies Leben ohne große Einschränkungen". Anreize für das Impfen seien besser als staatlicher Zwang.

Ranft sprach von nachlassenden Erstimpfungen, die auf eine verbreitete Impfmüdigkeit hindeuteten. Das sei ein fataler Trend, zeigte er sich besorgt. Gemeinsam mit den Kommunen werde vorbereitet, dass die Impfung noch stärker zu den Menschen komme. "Wir müssen eine hohe Impfquote erreichen, bevor die Infektionszahlen wieder (...) in die Höhe schnellen".

Dass das so schnell passiere, habe ihn überrascht, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke mit Blick auf die Abnahme der Impfbereitschaft. Er glaube aber nach wie vor, dass auch durch niedrigschwellige Angebote die Menschen erreicht werden können.

Nach Daten des Gesundheitsministeriums haben 1.398.094 Menschen im Land eine erste Impfung erhalten - ein Bevölkerungsanteil von 55,4 Prozent. 1.197.301 Menschen sind vollständig geimpft und damit 47,5 Prozent der Bevölkerung. Im bundesweiten Vergleich liegt Brandenburg bei den Zweitimpfungen auf dem vorletzten Rang.

Brandenburg habe im Augenblick vergleichsweise niedrige Corona-Fallzahlen, sagte der Gesundheitsstaatsekretär. Allerdings dominiere mit 70 bis 80 Prozent die Delta-Variante des Coronavirus das Infektionsgeschehen. Die Variante sei deutlich ansteckender, warnte Ranft. "Deshalb ist es notwendig, dass alle weiter Abstand halten, Maske tragen und die richtige Hygiene beachten. Der beste Schutz ist die Corona-Impfung."

© dpa-infocom, dpa:210728-99-583236/2

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