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Berlin & Brandenburg Impfmüdigkeit: Corona-Inzidenz steigt auf fast 1200

Ein Mann wird gegen Corona geimpft.

(Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbi)

Die Gesundheitsämter in Brandenburg melden immer mehr Corona-Ansteckungen. Trotzdem nimmt die Zahl der Menschen, die sich impfen lassen, ab. Vor diesem Hintergrund erneuert die Gesundheitsministerin einen dringenden Appell.

Potsdam (dpa/bb) - Trotz der weiter steigenden Zahl von Corona-Fällen hat die Impfbereitschaft in Brandenburg nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums deutlich abgenommen. Diese nachlassende Impfdynamik im neuen Jahr sei ein deutschlandweites Phänomen, sagte Sprecher Gabriel Hesse am Dienstag. "Die Corona-Schutzimpfung ist eine freiwillige Entscheidung. Wir haben noch keine allgemeine Impfpflicht."

Seit Beginn der Impfkampagne wurden in Brandenburg insgesamt
4.438.367 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht. Im Vergleich zu den vom Robert Koch-Institut (RKI) im Digitalen Impfquotenmonitoring veröffentlichten Zahlen sind das 107.227 Impfungen mehr als vor einer Woche, wie das Ministerium mitteilte.

Die Landesregierung hatte sich zum Ziel gesetzt, rund 160.000 Impfungen pro Woche mit Ärzten und mobilen Angeboten in Kommunen zu schaffen. Dieses Ziel sei Mitte Dezember mit mehr als 191.000 Impfungen innerhalb von sieben Tagen deutlich übertroffen worden, sagte Ministeriumssprecher Hesse. Nach den Weihnachtsferien sei die Zahl der Impfungen dann deutlich zurückgegangen. Nun sollen zusätzlich auch Apotheker, Zahnärzte und Tierärzte Corona-Schutzimpfungen verabreichen.

Die Corona-Inzidenz im Land ist unterdessen weiter gestiegen und hat den Wert von 1194,8 erreicht. Vor einer Woche waren es erst 635,3 Ansteckungen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Damit hat Brandenburg weiterhin den höchsten Wert aller deutschen Flächenländer, wie das RKI am Dienstag mitteilte. Höher war er nur in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

In acht Landkreisen und den kreisfreien Städten Potsdam und Frankfurt (Oder) lag die Sieben-Tage-Inzidenz über dem Wert von 1000. Die niedrigste verzeichnete mit 319,5 der Landkreis Elbe-Elster. Die Landkreise und kreisfreien Städte reagieren auf die hohen Inzidenzen mit verschärften Corona-Regeln wie Ausgangsbeschränkungen.

In der Prignitz gilt von diesem Mittwoch an in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr eine Ausgangsbeschränkung, wie der Landkreis mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz überschritt dort drei Tage lang ununterbrochen den Schwellenwert von 750. Der Kreis Ostprignitz-Ruppin liegt nach eigenen Angaben mit einer Inzidenz von 809,7 den ersten Tag darüber. Sollte die Inzidenz für drei Tage ununterbrochen über 750 bleiben, treten am Tag nach der Bekanntgabe durch den Landkreis auch dort verschärfte Corona-Maßnahmen in Kraft.

Derzeit liegen nach Angaben des Gesundheitsressorts - Stand Montag - 421 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus, davon 86 auf Intensivstationen. Der Anteil der Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz betrug 3,75. Die Warnampel zeigt in diesem Bereich Gelb, wie auch beim Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten (11,6 Prozent). Die Gesundheitsämter registrierten landesweit 5614 neue Corona-Fälle; allein aus dem Landkreis Oberhavel wurden 700 neue Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages kamen acht Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus hinzu.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) erneuerte ihren Appell, sich gegen Corona mit einer Impfung zu schützen. "Die Berichte aus den Krankenhäusern sind eindeutig. Die meisten Patienten, die wegen Covid-19 stationär oder sogar intensivmedizinisch behandelt werden müssen, sind ungeimpft", sagte Nonnemacher. "Niemand sollte länger zögern. Wir empfehlen allen, sich jetzt gegen Corona impfen zu lassen, und so die eigene Gesundheit zu schützen."

In Brandenburg gibt es aktuell 149 Impfstellen, darunter mobile Impfteams, überregionale Impfangebote sowie Krankenhäuser und Kliniken, die Impfungen gegen das Coronavirus verabreichen. Zudem bieten rund 1400 Arztpraxen Schutzimpfungen an.

Quelle: dpa

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