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Berlin & Brandenburg In Berlin-Buch könnte ein neuer Stadtteil entstehen

Blick auf die Stadt Berlin. Foto: Wolfgang Kumm/Archivbild

(Foto: Wolfgang Kumm/zb/dpa)

Berlin (dpa/bb) - Bekommt Berlin einen neuen Stadtteil für 100 000 Menschen? Eine kleine Gruppe von Planern, Architekten und Wohnungsbauexperten hat am Donnerstag ihr Projekt für eine "Bürgerstadt Buch" vorgestellt. Aus ihrer Sicht könnten auf den früheren Rieselfeldern zwischen den Stadtteilen Buch, Französisch-Buchholz und Karow 30 000 bis 40 000 Wohnungen und bis zu 30 000 Arbeitsplätze in einem urbanen Umfeld entstehen. 70 Prozent der Flächen seien im Besitz des Landes Berlin.

Bauen könnten beispielsweise Genossenschaften, kleinere Unternehmen und Bauherrengruppen, wie einer der Initiatoren, Günter Fuderholz, in einem Beitrag der RBB-Abendschau sagte. Volker Härtig, Mitglied im SPD-Fachausschuss soziale Stadt, sagte in dem Beitrag, in Berlin fehle eine klare Prioritätensetzung für den Wohnungsbau. Er habe aber mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) bereits über die Idee für die Bürgerstadt gesprochen und sei sich seiner Unterstützung sicher. Nach den Vorstellungen der Initiatoren könnten Bürger den neuen Stadtteil mit entwickeln. Eine "Stadt für Reiche" solle nicht entstehen.

Stefan Förster, Sprecher für Bauen und Wohnen der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, sagte zu den Plänen der Initiativgruppe, zu der auch die Architektin Julia Tophof gehört: "Die Idee, in Buch Zehntausende neue Wohnungen zu schaffen, ist sympathisch und nachvollziehbar. Die Umsetzung wird aber an der Uneinigkeit im rot-rot-grünen Senat scheitern. Die SPD will bauen, die Linken wollen das Gegenteil und die Grünen sitzen irgendwo dazwischen. Dabei ist mehr Neubau die einzige Alternative zum Mietendeckel, der auch noch die letzten Investoren aus der Stadt vertreiben wird."

Die Projektgruppe Bürgerstadt Buch hat sich nach eigenen Worten im Herbst 2018 gebildet, "um der Öffentlichkeit Chancen der Stadtentwicklung und Wohnungsversorgung aufzuzeigen, zu denen sich der Senat aus unverständlichen Gründen nicht in der Lage sieht."

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