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Berlin & Brandenburg JU Brandenburg: Frauenquote wäre teils schwierig umzusetzen

Julian Brüning (CDU) posiert für ein Foto. Foto: Annette Riedl/dpa/Archivbild

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Der CDU-Nachwuchs in Brandenburg sieht die geplante feste Frauenquote als große Herausforderung für manche Kreisverbände. JU-Landeschef Brüning erklärt, warum er skeptisch ist.

Potsdam (dpa/bb) - Die Umsetzung der geplanten Frauenquote in der CDU könnte nach Einschätzung der Jungen Union (JU) Brandenburg mancherorts ein Problem darstellen. "Es wird schwierig für gewisse Kreisverbände", sagte der JU-Landesvorsitzende Julian Brüning am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben engagierte Frauen." Die Frage sei aber, ob sie auch in der Vorstandsarbeit mitarbeiten wollten. "Wenn der Pool an Frauen nicht so groß ist im Bewerberfeld, dann wird es natürlich auch schwierig, diese Positionen zu besetzen." Die JU ist die CDU-Nachwuchsorganisation für Mitglieder zwischen 14 und 35 Jahren.

Ein Kompromiss zur Einführung eines verbindlichen Frauenanteils von 50 Prozent bis 2025 für Gruppenwahlen bei Vorständen fand am Mittwoch eine breite Mehrheit in der Satzungskommission der CDU. "Der Kompromiss ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung", sagte der JU-Landeschef. Auch wenn die Junge Union Quoten immer kritisch sehe, sei der Kompromiss eine gute Diskussionsgrundlage. Eine Quote löse aber das grundsätzliche Problem nicht. "Vielmehr sollten endlich Lippenbekenntnisse von Frauenförderung in Taten umgesetzt werden."

Auch nach Ansicht von Brandenburgs Landeschef Michael Stübgen greift eine Frauenquote als Ziel zu kurz. "Wir sind uns in der CDU einig, dass wir dringend mehr Frauen in der Partei und in den Parlamenten haben wollen", sagte Stübgen. "Es muss aber auch allen klar sein, dass dafür eine Frauenquote alleine nicht ausreicht." Er forderte weitere Schritte, um den Anteil von Frauen in der Partei zu erhöhen: "Wir müssen die Parteiarbeit und die Wahrnehmung politischer Mandate attraktiver gestalten."

Der Kompromiss sieht auch vor, dass am 1. Januar 2021 ein Frauenanteil von 30 Prozent gelten soll, zum 1. Januar 2023 von 40 Prozent. Von der Quote soll nur abgewichen werden können, wenn nicht genügend weibliche Bewerber kandidieren. Bei der Wahl von Delegierten für Parteitage auf Landes- und Bundesebene soll es eine dynamische Frauenquote geben. Eine endgültige Entscheidung treffen die 1001 Delegierten des Wahlparteitags Anfang Dezember in Stuttgart.

Dem Landesvorstand der CDU Brandenburg gehören inklusive Beisitzer ohne kooptierte Mitglieder 28 Christdemokraten an, davon sind neun weiblich - das entspricht einem Anteil von 32 Prozent. Der Landesspitze der JU Brandenburg gehören zwei Frauen an.

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