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Berlin & Brandenburg Junge Handwerker in Ostbrandenburg bekommen Meisterbrief

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Die Nachfrage nach Handwerksleistungen steigt in den letzten Jahren in Brandenburg stetig an. Was fehlt, ist der Nachwuchs. Das hat auch die Politik erkannt. In Frankfurt (Oder) bekommen Handwerker am Samstag ihre Meisterbriefe überreicht. Ein Minister ist auch dabei.

Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - Kosmetikerin, Metallbauer, Zimmerer: vier Handwerkerinnen und 54 Handwerker aus Ostbrandenburg haben am Samstag in Frankfurt (Oder) ihre Meisterbriefe erhalten. Im vergangenen Jahr waren es 71 Jungmeisterinnen und Jungmeister gewesen. Wolf-Harald Krüger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) und für Ostbrandenburg zuständig, sieht eine Aufwertung des Handwerks auch durch die Politik. "Es ist schön, dass die Politik in den letzten fünf Jahren an vielerlei Stellschrauben gedreht hat, um dem Handwerk die gebührende Achtung zu schenken", sagte Krüger am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das habe in Brandenburg 2015 mit der Meistergründungsprämie angefangen und sich dann mit dem Meisterbonus und dem Azubiticket fortgesetzt.

Das Handwerk sei zudem froh, dass die Politik auch bereit sei, Fehler der Vergangenheit zu revidieren, sagte Krüger weiter. Als Beispiel nannte der 60-Jährige die zwölf Handwerksberufe, für die ab dem kommenden Jahr wieder die Meisterpflicht gelten soll. Einen Schwerpunkt bei der Nachwuchsgewinnung im Handwerk sieht Krüger in der dualen Ausbildung.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD), einer der Gäste bei der feierlichen Übergabe in der Konzerthalle "Carl Philipp Emanuel Bach", sagte, Handwerker würden überall händeringend gesucht. Es lohne sich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und selbst auszubilden. "Mit dem Meisterbrief in der Tasche gehört Ihnen die Zukunft", rief der Minister den Jungmeisterinnen und Jungmeistern zu.

An das Handwerk appellierte Steinbach, das Thema Digitalisierung nicht auf die lange Bank zu schieben und Veränderungen gegenüber aufgeschlossen zu sein. Modernste Technik biete dem Handwerk die Chance, Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten, sagte Steinbach. Was die Technik aber niemals ersetzen werde, sei die Leidenschaft der Handwerkerschaft für ihr Fach und ihre Fähigkeit, jedem Produkt den "letzten Schliff" zu verleihen.

Ministerpräsident Manfred Woidke übergab am Samstag auch an 143 Meisterinnen und Meister des Kammerbezirkes Potsdam den Silbernen Meisterbrief. Die Handwerker hatten vor 25 Jahren ihre Prüfung abgelegt. Weil diese Betriebe auch ausbildeten, hätten junge Menschen aus Brandenburg in vielen verschiedenen Berufsfeldern die Chance, ihre berufliche Zukunft in der Heimat zu haben.

Das Wirtschaftsministerium hatte 2015 die Meistergründungsprämie wieder eingeführt und in diesem Jahr die Zugangsvoraussetzungen noch einmal angepasst. Insgesamt wurden nach Angaben des Ministeriums 293 Anträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als 2,5 Millionen Euro bewilligt. Mit diesem Instrument fördert das Wirtschaftsministerium Gründungen ebenso wie Unternehmensnachfolgen. Allein in Brandenburg stehen in den kommenden Jahren Tausende Unternehmensübergaben an. In Brandenburg arbeiten 160 000 Beschäftigte in über 39 000 Handwerksbetrieben.

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