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Berlin & Brandenburg Kalayci: Blick auf zweite Corona-Ampel, Appell an Vernunft

Dilek Kalayci (SPD), Berliner Gesundheitssenatorin, spricht. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild)

Ob Bootspartys und andere Leichtfertigkeiten in Berlin die Corona-Pandemie wieder anheizen, wird sich erst in zwei Wochen zeigen. Die Zahl der Neuinfektionen gerät aber jetzt schon in den Blick - als zweites Ampel-Kriterium.

Berlin (dpa/bb) - Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci appelliert in der Corona-Pandemie erneut an die Verantwortung und Vernunft der Berliner. "Wir müssen jetzt unseren Blick auf die Neuinfektionen werfen und beobachten, ob sie weiter zunehmen", sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch. Denn falls das geschieht, würden bereits zwei der drei Berliner Corona-Ampeln auf "Rot" stehen. Das kann das Ende für weitere Lockerungen und möglicherweise sogar wieder eine Verschärfung von Maßnahmen bedeuten.

Erst seit Dienstag gelten in Berlin neue Lockerungen bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. So dürfen beispielsweise Kneipen und Bars wieder öffnen, genau wie Spielhallen, Spielbanken, Wettbüros, Fitnessstudios und Tanzschulen.

Der Reproduktionswert, der die Zahl der Menschen angibt, die ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, lag in Berlin am Dienstag bei 1,95. Das liegt deutlich über dem errechneten bundesweiten Schätzwert von 0,89. Um die Pandemie aufzuhalten, sollte der Wert möglichst unter 1 bleiben. Der Trend, dass er in Berlin mehrfach in Folge über 1,2 liege, sei festzustellen, sagte Kalayci. Damit sprang die erste von drei Corona-Ampeln bereits auf Rot.

Die Reproduktionszahl bildet wegen der Inkubationszeit das Infektionsgeschehen von etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Die möglichen Folgen der kritisierten Bootsparty vom Wochenende und anderer Leichtfertigkeiten in der Stadt sind damit noch nicht abgebildet.

Der R-Wert müsse im Zusammenhang mit den beiden anderen Indikatoren - den Neuinfektionen sowie der Auslastung der Intensivbetten - betrachtet werden, sagte Kalayci. Am Dienstag stieg die Zahl der erfassten Neuinfektionen in Berlin auf 35. Der bisher rückläufige Trend der Vorwochen setzte sich damit nicht fort. Wenn zwei der drei Ampel-Indikatoren gelb seien, bestehe Erörterungsbedarf und die Vorbereitung möglicher Maßnahmen sei erforderlich, ergänzte Kalayci. Seien zwei von drei Indikatoren rot, erfordere dies die Umsetzung von Maßnahmen.

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