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Berlin & Brandenburg Land investiert 39 Millionen Euro in Brandenburger Denkmale

Manja Schüle (SPD).

(Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild)

Rund 25.000 Boden- und Baudenkmale stehen in Brandenburg auf der Denkmalliste. Die Sanierung dieser Schätze ist oft zeitaufwendig und teuer. Doch es gibt finanzielle Unterstützung.

Potsdam (dpa/bb) - Mit rund 39 Millionen Euro hat das Land im vergangenen Jahr die Sanierung und Restaurierung von Denkmalen unterstützt. Das Geld stellten die Ministerien für Kultur und Infrastruktur bereit. "Ich bin überzeugt: Die Denkmalpflege hat die Nachhaltigkeit gewissermaßen erfunden", sagte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Montag in Potsdam. Das spare Ressourcen und schütze das Klima. Oft einmalige Denkmale trügen zur Attraktivität des Landes bei. Zu verdanken sei es dem privaten und ehrenamtlichen Engagement, sagte Schüle. Denkmalschutz sei eine der größten Bürgerbewegungen im Land.

13 Millionen Euro stellte das Ministerium im Vorjahr bereit: so für den Erhalt historischer Bauten und Gartenanlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (knapp 3,2 Millionen Euro). Rund 4 Millionen Euro flossen in das Denkmalförderprogramm, davon rund 2,7 Millionen Euro zur Sicherung bedrohter Denkmale.

Es müsse gelten: "Erhaltung vor Abriss, Abriss ist Verschwendung", sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg. Seit 1990 musste beispielsweise keine Kirche im Land abgerissen werden. Derzeit läuft nach seinen Angaben ein Projekt zur Erfassung baubezogener Kunst in Eisenhüttenstadt. Auch in Frankfurt (Oder) oder in Cottbus werde das Projekt vorbereitet. Wenn der Bestand bekannt sei, könne der Eigentümer bei der Bewahrung unterstützt werden, sagte Drachenberg.

Es sei vielfach gelungen, historische Stadtkerne für die Menschen lebenswert zu machen, sagte Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU). Baukulturelles Erbe konnte bewahrt und für neue Nutzungen hergerichtet werden. Von 2021 bis 2025 stehen im Programm "Lebendige Zentren" 26 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel bereit. Das Geld sei für 31 Gebiete in historischen Stadtkernen und denkmalgeprägten Innenstadtbereichen gedacht. Umfangreichstes Projekt ist in Wittstock die Sanierung der jahrzehntelang leerstehenden Alten Tuchfabrik zum Bildungscampus.

Im Landkreis Barnim wird beispielsweise von 2020 bis 2022 der Förderverein Naturpark Barnim mit 50.000 Euro aus der Denkmalhilfe unterstützt. Ziel ist die Sanierung des historischen Speichers Hobrechtsfelde, ein Zeugnis für die Industrialisierung der Landwirtschaft. In Spremberg (Landkreis Spree-Neiße) flossen insgesamt 530.000 Euro Fördermittel in das Haus der Freimaurer-Loge, das über Jahre verfiel. Investiert werden insgesamt 3 Millionen Euro. Künftig sollen medizinische Einrichtungen dort Platz finden.

Landesweit stehen rund 14.000 Baudenkmale auf der Denkmalliste. Dazu kommen 11.000 Bodendenkmale.

Quelle: dpa

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