Regionalnachrichten

Berlin & Brandenburg Lausitzer Wirtschaft will mehr Tempo beim Breitbrandausbau

Eine Frau hält ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. Foto: Jan Woitas/Archiv

(Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Immer mehr Unternehmen in Südbrandenburg sind vom schnellen Internet abhängig. Der Breitbandausbau soll durch das Sofortprogramm von Bund und Land kommen. Aber wann?

Cottbus (dpa/bb)- Die Wirtschaft in Südbrandenburg fordert mehr Tempo beim Ausbau des schnellen Internets. Das machten Vertreter mittelständischer Unternehmen in der Lausitz am Dienstag in der Cottbuser Industrie und Handelskammer (IHK) deutlich. "Es geht um viele Arbeitsplätze in der Region und man darf sich nicht mit Bürokratie aufhalten", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Marcus Tolle. Er kritisierte vor allem, dass die drei großen Mobilfunkbetreiber parallel ihre eigenen Netzstrukturen aufbauten, statt gemeinsames Roaming zu vereinbaren. Da müsse die Politik regulatorisch mehr Druck in Richtung einer einheitlichen Netzstruktur machen, forderte Tolle.

"Wir sind ein Produktionsbetrieb mit Fertigung und Lieferung, wir brauchen schnelles Internet", sagte Jörg Nagel, Geschäftsführer eines Unternehmens mit 450 Mitarbeitern aus Uebigau (Landkreis Elbe-Elster), das Elektroausrüstungen für die Industrie und Energieversorgung herstellt. Er wolle den Standort gern ausbauen, aber ohne vernünftige digitale Infrastruktur ginge das schlecht. Seit Jahren werde er vertröstet.

In dem Sofortprogramm der Bundesregierung und der Kohle-Länder für den Strukturwandel sollen zahlreiche Projekte, darunter auch der Breitbandausbau in ländlichen Regionen gefördert werden. Brandenburg hinkt bei der Digitalisierung laut einer Untersuchung hinterher. Das Bundesland landet im Ländervergleich nur im unteren Mittelfeld, wie aus dem Deutschland-Index der Digitalisierung 2019 hervorgeht. Es liegt demnach mit 60,2 Zählern weit hinter dem Spitzenreiter und Nachbarn Berlin (102,5).

Newsticker