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Berlin & Brandenburg Lockdown geht in Verlängerung: Polizei löst Feiern auf

Ein Streifenwagen fährt durch die Innenstadt. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

(Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild)

Seit Samstag gilt in Brandenburg eine verschärfte Maskenpflicht. Auch die Kontaktbeschränkungen wurden vorerst bis Mitte Februar verlängert - nicht alle halten sich daran.

Potsdam (dpa/bb) - Seit Samstag reichen Alltagsmasken aus Stoff nicht mehr überall in Brandenburg aus. Es gilt eine verschärfte Maskenpflicht. In öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften und Büros müssen Brandenburgerinnen und Brandenburger besser schützende Masken aufsetzen. Nach Angaben der Landesregierung sind das neben FFP2-Masken, OP-Masken und solche mit der Bezeichnung N95, P2, DS2 oder KN95 - aber ohne Ausatemventil. In Bussen und Bahnen und in den Geschäften scheinen sich die Menschen daran auch zu halten.

"Wir haben bislang keine Beschwerden", sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Berlin-Brandenburg, am Samstag. "Ich denke, die Menschen haben sich so langsam daran gewöhnt."

Joachim Radünz, Sprecher beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, sagte: "60 bis 80 Prozent der Fahrgäste hatten bereits FFP2-Masken genutzt, als die Pflicht erst noch im Gespräch war und noch gar nicht galt". Verstöße seien nur noch selten. "Das Kontrollsystem hat sich bewährt. Wir haben nur noch ganz wenige Ausreißer", so Radünz. Einige vergäßen allerdings, dass die Maskenpflicht auch an Bahnhöfen und Bahnsteigen gelte.

In Potsdam haben Mitarbeitende des Ordnungsamtes nach Angaben der Stadt die Einhaltung der verschärften Maskenpflicht kontrolliert. Erst einmal gehe es darum, die Menschen zu informieren, sagte Sprecher Jan Brunzlow. Es gebe keine Schwerpunktkontrollen mit der Polizei. Anfang nächster Woche soll Bilanz gezogen werden.

Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Maskenpflicht nicht, dafür sind die Ordnungsämter zuständig. Immer wieder werden aber gemeinsame Kontrollgänge gemacht. Am Wochenende gab es diese aber nach Angaben des Polizeipräsidiums in Potsdam nicht. Kontrolliert werde im Rahmen der täglichen Streife, sagte Sprecher Mario Heinemann. Die Daten der Betroffenen werden nach Angaben der Polizei dann an die Gesundheitsämter übermittelt.

In Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) lösten Polizisten am Samstagabend eine illegale Geburtstagsparty mit acht Teilnehmern auf. Die Gäste des 40-Jährigen mussten die Wohnung verlassen, im Anschluss wurden die Polizisten von Nachbarn attackiert. Wie die Polizeidirektion Nord am Sonntag mitteilte, traten und schlugen "zwei Sympathisanten" der Feiernden auf die Polizisten ein. Die beiden wurden zu Boden gebracht und fixiert. Dabei wurden die Polizisten aus einem Wohnblock heraus mit Flaschen und anderen Gegenständen beworfen. Niemand wurde verletzt. Es wurden mehrere Strafanzeigen aufgenommen, gegen die Partyteilnehmer wurden Verstöße bezüglich der Eindämmungsverordnung geahndet.

Auch in Perleberg (Prignitz) musste die Polizei in der Nacht zu Samstag eine Feier auflösen, die vier Teilnehmer stammten aus vier verschiedenen Haushalten und verstießen damit gegen die derzeitigen Kontaktbeschränkungen, wie die Polizei mitteilte. Eine Strafanzeige nach dem Infektionsschutzgesetz erhielt ein 22 Jahre alter Bewohner eines Übergangswohnheims in Neuruppin. Aufgrund des Infektionsgeschehens in der Einrichtung wurde nach Polizeiangaben eine Quarantäne für alle Bewohner der Einrichtung angeordnet. Der 22-Jährige sei dennoch mit dem Fahrrad zur Tankstelle gefahren, um sich Zigaretten zu kaufen. Ein Wachschutzmitarbeiter alarmierte die Polizei. Auf dem Rückweg traf der 22-Jährige auf die Beamten.

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