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Berlin & Brandenburg Marode Schießstände: Polizeidemo mit Sensenmänner und Särgen

Ein Teilnehmer im Sensenmann-Kostüm läuft bei einem Autokorso von Berliner Polizisten um auf die sogenannte Schießstandaffäre aufmerksam zu machen mit. Foto: Christoph Soeder/dpa

(Foto: Christoph Soeder/dpa)

Jahrelang arbeiteten Schießtrainer der Polizei im Pulverdampf. Wegen möglicher Erkrankungen wurden später Entschädigungszahlungen zugesprochen. Das reicht manchen Betroffenen noch nicht.

Berlin (dpa/bb) - Dutzende Polizisten und andere Betroffene haben verkleidet als schwarze Sensenmänner für höhere Entschädigungen in der sogenannten Schießstandaffäre demonstriert. In schwarze Mäntel gehüllt zogen sie mit dunklen Autos und nachgebildeten Särgen aus Kunststoff am Donnerstag durch Berlin-Mitte. "Berliner Polizisten vergiftet und vergessen", stand auf einem Transparent. In einem Auto war ein gebasteltes Gespenst mit Totenkopf zu sehen. Die Demonstration führte von der Keibelstraße am Alexanderplatz zum Sitz von Innensenator Andreas Geisel (SPD) in der nahe gelegenen Klosterstraße.

Schießtrainer und Polizisten von Spezialeinsatzkommandos hatten vor Jahren viel Zeit in maroden Schießständen verbracht und kritisiert, dass die Luft dort schädlich oder giftig sei. Das soll an Pulverdampf, schlechten Lüftungsanlagen und Asbest in Dämmstoffen gelegen haben. Nach Angaben von 2019 wurden knapp 500 Trainern und Polizisten insgesamt 3,3 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen. Knapp 300 Anträge wurden abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft stellte jahrelange Ermittlungen ein. Ein Zusammenhang zwischen Schießtraining und Langzeiterkrankungen oder Todesfällen von Polizisten sei nicht mit erforderlicher Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.

© dpa-infocom, dpa:210414-99-204860/3

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