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Berlin & Brandenburg Maskenpflicht ab 7. Klasse: GEW will mehr Wechselunterricht

Tom Erdmann, der GEW-Vorsitzende des Landes Berlin. Foto: Britta Pedersen/dpa/Archivbild

(Foto: Britta Pedersen/dpa/Archivbild)

In der Politik herrscht große Einigkeit, dass die Schulen in Brandenburg trotz der Corona-Pandemie offen bleiben sollen. Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert aber bessere Schutzmaßnahmen.

Potsdam (dpa/bb) - In den Brandenburger Schulen soll künftig eine Maskenpflicht für alle Schüler ab der 7. Klasse gelten. Darauf habe sich die rot-schwarz-grüne Koalition verständigt, um die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus einzudämmen, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag im Interview des rbb-Inforadios. "Unser Ziel ist es, die Schulen offen zu halten", sagte Ernst. "Und da halten wir es für vertretbar, die Maskenpflicht ab der 7. Klasse - auf keinen Fall in den Grundschulen - einzuführen."

Ernst setzt für diese Maßnahme auf große Akzeptanz: "Da gibt es auch Rückmeldungen aus den Schulen, dass die Schülerinnen und Schüler schon freiwillig damit begonnen haben", sagte sie.

In den Landkreisen Spree Neiße und Oberspreewald-Lausitz sowie in Cottbus - wo es besonders hohe Infektionszahlen gibt - sollten ältere Schüler der Oberstufe in den Wechselunterricht geschickt werden, kündigte die Ministerin an. Dies gelte nicht für die Abschlussklassen und nicht für jede Schule. "Wenn es an einer Schule überhaupt kein Infektionsgeschehen gibt, müssen wir auch nicht die Schüler nach Hause schicken."

Der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) übte heftige Kritik an dem Kurs der Ministerin und forderte konsequenten Wechselunterricht, sobald die Zahl der Neuinfektionen einen Wert von 50 pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt. Stattdessen werde der Wechselunterricht lediglich als mögliche Maßnahme ab einem Wert über 200 bei der 7-Tage-Inzidenz für ältere Schüler ins Auge gefasst.

"Der Verhandlungsmarathon im Kanzleramt hatte anscheinend nur das Ziel, alle wirksamen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im Bildungsbereich wegzuverhandeln", kritisierte der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs. "Die Beschäftigten in den Schulen und Kindertageseinrichtungen fühlen sich zu Recht von der Politik im Stich gelassen."

Dagegen sprach sich der Brandenburgische Pädagogen-Verband vehement gegen Schulschließungen und Wechselunterricht aus. Eine Halbierung der Klassen und Fernunterricht sei nur mit mehr Lehrern und einer digitalen Ausstattung möglich, die in Brandenburg flächendeckend nicht vorhanden sei, teilte der Verband mit. Bis zu einer Anordnung durch das Gesundheitsamt müsse den Schulleitungen das Vertrauen entgegengebracht werden, für die eigene Schule Lösungen zu finden.

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