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Berlin & Brandenburg Millioneninvestitionen in Digitalisierung von Schulen

Digitalpakt Schule.

(Foto: Christian Bark/dpa-Zentralbild/d)

Interaktive Tafeln, Tablet-Computer und WLAN im Klassenraum: Der Lernalltag an Brandenburgs Schulen wird digitaler. Dafür gab es Fördermittel aus dem "Digitalpakt Schule". Allerdings gelingt die Umsetzung vor Ort nicht immer optimal.

Potsdam (dpa/bb) - Die digitale Infrastruktur an Brandenburgs Schulen wird weiter ausgebaut. Dafür stehen im Rahmen des "Digitalpakts Schule" nun Fördermittel in Höhe von 164 Millionen Euro zur Verfügung. "Das sind 22 Millionen Euro mehr als noch bis Ende 2021", sagt die Sprecherin des Potsdamer Bildungsministeriums, Ulrike Grönefeld. Bei der Umsetzung des Digitalpakts gehöre Brandenburg bundesweit zur Spitzengruppe. Bislang seien über 43 Millionen Euro abgerufen und ausgezahlt worden.

Für das von 2019 bis 2024 laufende Hauptprogramm sind der Sprecherin zufolge im Bereich der Ausstattungsförderung insgesamt 779 Anträge gestellt worden. Das Volumen der Zuwendungen belief sich auf rund 133 Millionen Euro. 631 Anträge im Umfang von über 107 Millionen Euro seien bereits bewilligt worden. Mittel in Höhe von 9,6 Millionen Euro konnten bereits ausgezahlt werden.

Knapp 150.000 Euro wurden der Gemeinde Heiligengrabe (Ostprignitz-Ruppin) im Rahmen des Hauptprogramms für ihre beiden Grundschulen bewilligt. Der Großteil ist nach den Angaben schon ausgezahlt. Rund 14.000 Euro entfielen auf Netzwerktechnik, etwa 11 500 Euro für die Anschaffung von Tablet-Computer und knapp 68.000 Euro auf digitale Tafeln. "Es fließen noch weitere Mittel im Zuge von Zusatzprogrammen", sagte Hauptamtsleiterin Christiane Hamelow. So rund 11.000 Euro an einen digitalen Dienstleister, der die IT betreuen solle sowie 24.000 Euro für Tablet-Computer, die die Schülerinnen und Schüler im Falle von Home-Schooling zuhause nutzen könnten. Die Gemeinde trage anteilig an den Programmen zehn Prozent der Kosten. Für die Tablets seien 1139 Euro zusätzlich investiert worden.

Das drahtlose Internet funktioniere bislang noch nicht optimal, sagte Jost Korf, Leiter der Heiligengraber Nadelbach Grundschule. Er sei aber zufrieden mit der technischen Aufrüstung. Am Niedersorbischen Gymnasium in Cottbus gibt es bisher kaum Voraussetzungen für WLAN. "WLAN sollen wir erst Ende 2023 bekommen", kritisiert Schulleiterin Anke Hille-Sickert. Bisher helfe man sich mit Mobilfunk-Routern aus.

Das Fehlen digitaler Infrastruktur macht laut der Schulleiterin die Arbeit mit den im Rahmen des Digitalpakts erhaltenen Tablet-Computern und Notebooks fast unmöglich. "Zumal die Tablets sehr langsam sind und jegliche Software für den Unterricht darauf fehlt", sagt Hille-Sickert. Sie wünsche sich mehr effektive finanzielle Unterstützung durch die Stadt Cottbus als Schulträger. "In der Corona-Krise haben Schüler und Lehrer digitale Kompetenzen aufgebaut, diese müssen jetzt gefestigt und ausgebaut werden", so die Schulleiterin.

In digitale Tafeln, Tablets und Notebooks sollten die Fördermittel auch in der Potsdamer Voltaireschule fließen. "Bisher sind noch keine Gelder oder Waren bewegt worden", sagt der kommissarische Schulleiter Benny Schurig. Das Gesamtprogramm ist seiner Ansicht nach im Ansatz gut. "Die Umsetzung lahmt wegen fehlender personeller Ressourcen in der Verwaltung des Schulträgers", so Schurig.

"Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht", sagt Hartmut Stäker, Präsident des Brandenburgischen Pädagogenverbandes, der die Förderprogramme aber im Ansatz lobt. Vielerorts hapere es jedoch an der Umsetzung. Das hänge teilweise mit überlasteter oder nicht vorhandener IT-Administration bei den Schulträgern, fehlenden Fachkenntnissen der Lehrer sowie schlecht funktionierender Technik, Wartung und Internetverbindung zusammen. Das Problem beginne schon in der Lehrerausbildung. "Wir bekommen ständig Rückmeldungen von Lehramtsstudenten, dass die Vermittlung von Fähigkeiten zur Nutzung digitaler Medien in der Fachdidaktik zu gering ist", sagt Stäker. Es bleibe ihnen häufig selbst überlassen, sich diese Fähigkeiten anzueignen, was auch für gestandene Lehrer gelte.

Quelle: dpa

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